Shigeru Ban präsentiert spektakulären Konzertsaal aus Holz in den Schweizer Alpen
Ein skulpturales Holzinterieur bildet einen spannenden Kontrast zur erhaltenen Massivsteinhülle – und bewahrt dennoch respektvoll das historische Erbe.
Zusammenfassung
- Shigeru Bans Entwurf für einen Konzertsaal aus Holz in Altdorf verwandelt ein historisches Zeughaus aus dem 19. Jahrhundert in einen intimen Kulturraum.
- Der Entwurf setzt ein skulpturales Holzinterieur in die erhaltene Mauerschale und rückt damit akustische Intimität und den respektvollen Umgang mit dem baulichen Erbe in den Mittelpunkt.
Der renommierte Architekt Shigeru Ban hat Pläne für einen neuen Konzertsaal in Altdorf, Schweiz, vorgestellt, der ein historisches Zeughaus aus dem 19. Jahrhundert in ein herausragendes kulturelles Wahrzeichen verwandeln soll. In Auftrag gegeben von der ZauberklangKunstplattform, verfolgt das Projekt das Ziel, musikalische Darbietungen von Weltrang in die Schweizer Alpen zu bringen. Während die geschützte äußere Mauerschale des Gebäudes sorgfältig bewahrt wird, wird das Innere als zeitgenössischer „Leuchtturm der Künste“ neu interpretiert, der die militärische Vergangenheit des Ortes mit einer neuen, kreativen Bestimmung in Einklang bringt.
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht ein intimer, vollständig in Holz ausgeführter Saal mit rund 200 bis 250 Sitzplätzen. Bans charakteristische Sensibilität für Materialien zeigt sich hier in voller Stärke: Er schlägt vor, ein fließendes, organisch geformtes Holzvolumen direkt in die bestehende historische Bausubstanz einzufügen. Dieser skulpturale Ansatz ist gezielt darauf ausgerichtet, eine außergewöhnliche akustische Nähe zu schaffen, die Distanz zwischen Musiker:innen und Publikum zu minimieren und so ein hochgradig immersives Sinneserlebnis zu erzeugen.
Über seine Funktion als Aufführungsort hinaus ist der Saal als globaler, interkultureller Knotenpunkt und Bildungsplattform gedacht. Durch eine Partnerschaft mit dem Peabody Institute der Johns Hopkins University, wird der Standort internationale Musikstudierende beherbergen und die Kulturlandschaften der Schweiz, Japans und der USA miteinander vernetzen. Mit geschätzten Baukosten von 45 Millionen CHF (rund 57,6 Millionen USD) – aufzubringen durch private Finanzierung und Kulturstiftungen – steht das Projekt für eine bedeutende Investition in die architektonische und künstlerische Zukunft der Region, auch wenn ein endgültiger Fertigstellungstermin noch nicht feststeht.



















