Ferragamo taucht in die Speakeasy-Kultur der 1920er für Herbst/Winter 2026 ein
Maximilian Davis interpretiert Marineuniformen und Vintage-Abendgarderobe radikal neu – für eine überraschende, moderne Ferragamo-Kollektion.
Zusammenfassung
- Maximilian Davis erkundet die Speakeasy-Szene der 1920er-Jahre und die formative Anfangsära des Hauses.
- Die Kollektion setzt subvertierte Matrosenuniformen in spannungsreichen Kontrast zu funktionaler Utility-Wear und befreiter, von Vintage inspirierter Abendgarderobe.
- Archivierte Schuhmachertechniken wie die „Shell Sole“-Technik und ein Flat aus dem Jahr 1954 prägen die modernisierten Schuhsilhouetten.
Für die Ferragamo Herbst/Winter 2026 Kollektion vertieft Maximilian Davis seine Auseinandersetzung mit den 1920er-Jahren und richtet den Blick auf jene Ära, in der die Marke ihren Ursprung fand. Das Speakeasy kehrt als zentrales Motiv zurück – ein Ort der Befreiung, an dem Konventionen von Klasse und Identität ins Wanken geraten.
Ein zentrales Leitmotiv der Kollektion ist die Kleidung von Seeleuten – eine Hommage an all jene, die übers Wasser aufbrachen, um einen Neuanfang zu wagen, eine Erfahrung, die sowohl Salvatore Ferragamo als auch die Familie von Davis geprägt hat. Matrosenuniformen werden durch versetzte Knöpfe und geöffnete Verschlüsse subvertiert und dekonstruiert. Die Garderobe denkt Materialien neu: maritimes Strickwerk wird mit Chiffon nadelgepuncht, Workwear-Parkas erscheinen in strukturiertem Nappa mit lammfellgefütterten Kapuzen.
Utility-Pieces treffen auf die befreite Eleganz der Abendmode der 1920er-Jahre. Das saisonale Angebot umfasst Slipdresses aus foliertem Samtlamé und floralem Jacquard, ergänzt durch schützende Outerwear, die sich wie ein Kokon über lang geschnittene Roben legt. Beeinflusst von locker kubistischen Aquarellen und sepia-getönter surrealistischer Fotografie wirkt die Farbpalette wie von der Zeit getönt – umgesetzt in stückgefärbten Organic-Cotton-Canvas, stückgefärbtem recyceltem Nylon und aero-besprühten, gesteppten Ledern. Davis beschreibt die Ästhetik als das Betrachten vibrierender historischer Momente durch den Schleier der Geschichte.
Die Schuhkollektion schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, akzentuiert durch glänzende Gancini-Details. Ein neuer, spitz zulaufender Stiletto und ein Slingback zeigen einen tief ausgeschnittenen Schaft, inspiriert von einem Flat, den Salvatore Ferragamo 1954 entwarf. Die „Shell Sole“-Technik der 1950er-Jahre prägt die geschwungenen Linien neuer Sandalen, die mit einer Wedge-Silhouette hybridisieren. Menswear-Schuhe interpretieren formelle Oxfords mit verlängerten Proportionen und apron-gesteppten Kappen neu und treten neben einem Monk-Style mit Hug-Verschluss sowie einem minimalistischen Bootie. Bei den Accessoires ergänzen ein schmaler, grafischer neuer Taschentyp mit Gancini-Plakette in drei Größen, eine East-West-Variante der Hug Bag in neuen Colorways und eine utilitäre Crossbody-Pocket-Bag für Herren sowie ein geflochtenes Hug-Pouch aus Kalbsleder das Angebot.



















