Marnis neue Ära: Meryll Rogges FW26-Debüt läutet den Neustart ein
Mit klaren Verweisen auf Marni-Gründerin Consuelo Castiglionis Signature-Looks – von oversized Pailletten über verspielte Karos bis hin zu chunky Strick.
Zusammenfassung
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Meryll Rogge gibt ihr Debüt als erste weibliche Creative Director von Marni seit der Gründerin und lenkt das Haus von Francesco Rissos Maximalismus hin zu einer reduzierten, verspielten Exzentrik, die Marnis frühe Wurzeln feiert.
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Die Co-Ed-Kollektion interpretiert Signature-Silhouetten wie Bleistiftröcke und Pailletten neu und balanciert Everyday-Basics mit markanten Details wie chunky Strick und präsenten silbernen Knöpfen.
Meryll Rogge ist die erste weibliche Creative Director von Marni, die an die Gründungsära von Consuelo Castiglioni anknüpft. Auf die italienische Designerin, die Marni 1994 ins Leben rief, folgte 2017 Francesco Risso, dessen fast zehnjährige Amtszeit die Marke einer neuen Generation nahebrachte. Während Risso Marni in eine avantgardistische Richtung führte, scheint Rogge nun wieder den Anschluss an die Ursprünge zu suchen.
Es wird schnell deutlich, wie Castiglionis frühe Vision neu gelesen wird. Die Show eröffnete mit einem Bleistiftrock, übersät mit übergroßen Pailletten, kombiniert mit einem knielangen Mantel – eine der Signature-Silhouetten der Gründerin in Marnis Anfangsjahren. Später erinnern transparente Röcke, Polka-Dot-Tops und Pelzbesätze an Marnis Ära der frühen 2000er.
Castiglioni brachte 2002 Marni Menswear auf den Markt – und auch in Rogges Debüt bleibt die Linie co-ed. Präzise geschnittene Basics werden mit exzentrischeren Pieces wie mehrfarbig karierten Pullovern, hemdenlangen Shirts, chunky Strickpullovern und gestreiften Sets kombiniert. Im Vergleich zu Rissos mitunter maximalistischem, postmodernem Ansatz wirkt das insgesamt etwas zurückgenommen. Dezent ist es dennoch keineswegs: Ein fast kavallerieartiger Mantel mit Kontrastpaspeln und silbernen Knöpfen in Münzgröße, die in einem anderen Look auch an einer Hose wiederkehren.
Mitten in der Flut an Creative-Director-Rochaden, die 2025 verkündet wurden, hätte man leicht übersehen können, dass Rogge ihren Posten als Creative Director bei Marni antritt. In einer scheinbar endlosen Reihe von Neubesetzungen in nahezu jedem Modehaus gehörten Rogge bei Marni und Louise Trotter bei Bottega Veneta zu den wenigen weiblichen Ernennungen. Gegen Jahresende jedoch wurde Grace Wales Bonner für Hermès Menswear verpflichtet, Rachel Scott übernahm Proenza Schouler und Maria Grazia Chiuri kehrte zu Fendi zurück. Jetzt ist Rogge in bester Gesellschaft.
In diesem neuen Kapitel von Marni zügelt Rogge Rissos experimentelle Ambitionen und richtet den Fokus wieder auf das, wofür Marni lange vor den viralen Fell-Clogs und den überbordend behaarten Pullovern stand – eigenwillige Pieces für den Alltag mit einem Schuss Exzentrik.
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