Zegna FW26 Menswear: Die Familiengarderobe neu gedacht
Alessandro Sartori verwandelt geerbte Silhouetten in moderne Tailoring-Statements mit innovativen Stoffen.
Zusammenfassung
- Zegna FW26 inszenierte das Thema Tradition über eine „Familiengarderobe“ und zeigte Stücke aus vier Generationen als kostbare Erbstücke.
- Archivschnitte wurden neu gedacht – mit Karomustern, Lodenfalten, wendbaren Anzügen und übereinander getragenen Overshirts.
- Innovative Materialien wie recycelte Jacquards und Trofeo-Wolle bildeten das Fundament für eine satte, schimmernde Farbpalette.
Zegnas Menswear-Kollektion Fall/Winter 2026 bei der Milan Fashion Week näherte sich dem Thema Tradition über die Metapher einer Familiengarderobe und verband generationenübergreifende Erinnerungen mit zeitgenössischem Handwerk. Artistic Director Alessandro Sartori inszenierte die Show auf einem ovalen Runway, gesäumt von Kleidungsstücken aus vier Generationen der Familie Zegna – darunter das erste maßgeschneiderte Jackett des Gründers aus dem Jahr 1930. Dieses Setting unterstrich Sartoris Überzeugung, dass Kleidung, wenn sie auf Langlebigkeit ausgelegt ist, zu Erbstücken wird – zu Speichern von Erinnerungen, die von Vätern zu Söhnen und an kommende Träger weitergegeben werden.
Die Kollektion selbst griff dieses Thema auf, indem sie Archivschnitte mit moderner Innovation neu interpretierte. Kräftige Karos, Rostnuancen und Cardigan-Mäntel zitierten die 1970er-Jahre, während gebrochene Kastenfalten an traditionelle Lodenmäntel aus Norditalien erinnerten. Doppelreihige Anzüge kamen mit wendbaren, lederbezogenen Knöpfen, die sich auf drei Arten schließen ließen – ein verspieltes Update klassischer Schneiderei. Zudem präsentierte Sartori leichtere, taschenlose Overshirts zum Layering, dazu wattierte Cashmere-Cardigans und Wildlederjacken mit hohen Kragen. Diese Modelle balancierten Vintage-Inspiration mit technischer Raffinesse und stärkten Zegnas Ruf für zeitlose, zugleich wandelbare Menswear.
Materialinnovationen blieben zentral für Sartoris Vision. Bedrucktes Fischgrat, Cashmere-Shearling und Jacquards aus recycelten Papierfasern verwandelten vertraute Muster in nahezu schwerelose Stoffe, während Zegnas ikonische Trofeo-Wolle weiterhin das Rückgrat der Linie bildete. Die Palette reichte von Salbeigrün und Senf bis zu tiefen Brauntönen, durchzogen von feinen schillernden Akzenten. So vermittelte die Kollektion ein Gefühl von Kontinuität und emotionaler Resonanz – und präsentierte Mode zugleich als funktionale Kleidung und als sammelwürdige Erbstücke.



















