Rick Owens FW26: Industrielle Rüstung trifft bissige Parodie
Militärische Autorität neu gedacht – mit überzeichneten Silhouetten und radikalem Handwerk.
Zusammenfassung
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Die Rick Owens TOWER-Kollektion für Fall/Winter 2026 fungiert im Palais de Tokyo als doppeltes Monument: einerseits als hoffnungsvolles Gebet für die Zukunft, andererseits als satirischer Kommentar auf moderne Autorität – mit überzeichneten Military-Details und „police boots“ als beißende Karikatur von Macht.
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Über die Materialität schlägt Owens eine Brücke zwischen Hightech-Verteidigung und traditionellem Handwerk: Kevlar und schwere japanische Rinderhäute treffen auf handverarbeitete Himalaya-Wolle und nachhaltige gewalkte Wollstoffe aus der Toskana.
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Die Show stellt eine Community radikaler Kollaborateur:innen in den Mittelpunkt, die spezialisierte Pieces beigesteuert haben: Flight Jackets aus Shearling-Netzen, handgehäkelte Cashmere-Strickteile und kunstvoll geknüpfte Macramé-Masken, für die jeweils dreißig Stunden Handarbeit nötig sind.
Rick Owens übernahm das Palais de Tokyo für die Fall/Winter 2026. Die Kollektion ist ein bewusstes Paradox: Sie ist nach dem „Temple of Love, Tower of Light“ benannt – als hoffnungsvolles Gebet für die Zukunft – und macht sich zugleich über die Härte moderner Autorität lustig. Während Owens früher Military-Details wie Epauletten entfernte, um weniger aggressiv zu wirken, bringt er sie diesmal zurück – als radikale Parodie auf Macht.
Der Look wirkt schützend, aber definitiv eigenwillig. Die Models stampften in „police boots“ über den Laufsteg, aufgeblasen zu riesigen, übersteigerten Proportionen und in Farben mit Namen wie Butch Black und Mincy Mauve. Die Pieces selbst fühlen sich an wie High-Fashion-Rüstungen. Owens setzte Kevlar (fünfmal stärker als Stahl) und schwere glänzende Leder für kittelartige Mäntel ein. Außerdem verwendete er dicke Rinderhäute aus Japan für modulare Jacken, die sich auseinandernehmen lassen und darunter lange Westen freilegen.
Um den schweren, industriellen Vibe auszugleichen, setzt die Kollektion auf beeindruckende, handgearbeitete Einzelstücke. Es gibt voluminöse Wollmäntel aus Indien, die die natürliche Struktur von Himalaya-Wolle zeigen, und weiche, nachhaltige Strickteile aus Italien. Die gesamte Vision ist ein Teamprojekt eines Kollektivs „radical collaborators“: Designer wie straytukay entwarfen Flight Jackets aus Shearling-Netzen, während Lucas Moretti dreißig Stunden damit verbrachte, jede einzelne Macramé-Maske von Hand zu knüpfen. Es ist eine „Goon Squad“-Ästhetik, hart genug für einen Protest, aber weich genug, um ein Gefühl von Hoffnung zu vermitteln.



















