Martine Rose FW26: Verspielt und doch ernst
Renaissance-Opulenz trifft auf subkulturelle Härte.
Zusammenfassung
- Martine Roses FW26-Herrenkollektion bei der Paris Fashion Week verschmolz Renaissance-Opulenz mit Clubwear der 1990er-Jahre.
- Zu den Schlüssel-Looks zählten korsettartig abgesteppte Jacken, Satin-Bomberjacken, Lederhosen und verspielte Pelz-Details.
- Die Kollektion balancierte ernsthafte Handwerkskunst mit respektlosem Humor und bekräftigte einmal mehr Roses anhaltenden Einfluss auf die Herrenmode.
Martine Rose präsentierte die Fall/Winter-2026-Herrenkollektion ihres gleichnamigen Labels bei der Paris Fashion Week. Die Schau war eine flamboyante Erkundung von Archetypen, Selbstinszenierung und historischen Referenzen und verband Humor mit dramatischer Schneiderkunst.
Für diese Kollektion ließ sich Rose von Persönlichkeiten mit legendär extravagantem Stil inspirieren – darunter König Heinrich VIII., James Brown und der britische Boxer Prince Naseem – und übersetzte deren Exzentrik in Entwürfe, die zwischen Renaissance-Opulenz und 1990er-Clubwear oszillierten. Zu den Key-Pieces zählten korsettartig abgesteppte Jacken, Satin-Bomber mit integrierter Kapuze und Lederhosen mit Frontschnürung, kombiniert mit Hemden, die mit Lingerie-Elementen durchzogen waren.
Die Silhouetten waren überzeichnet und zugleich verspielt: Voluminöse Puffärmel, die an Tudor-Wamsen erinnerten, wurden in Sportjacken und MA‑1-Bomber neu interpretiert. Pelzige Akzente – von „Old-Lady“-Texturen bis hin zu knallpinken Flausch-Details – schmückten Krägen und Schultern, während Animal-Print-Einsätze und Utility-Jacken Roses Signaturcodes schärften. Der Swagger der Kollektion wurde durch enge Lederhosen und verlängerte Schuhe verstärkt und schuf eine Bildsprache, die gleichermaßen dekadent wie subversiv wirkte.
Die FW26-Kollektion bestätigte erneut Martine Roses Meisterschaft im Spiel mit Widersprüchen: ernsthafte Handwerkskunst verflochten mit respektlosem Humor. Indem sie ihre typischen Markenzeichen – fetischartige Hardware, mit Camisoles gelayerte Hemden und oversized Workwear – neu aufgriff, rief sie dem Publikum ihren nachhaltigen Einfluss auf die Herrenmode in Erinnerung. Das Resultat war eine Kollektion, die sich zugleich wie Geschichtsstunde, Modeexperiment und verspielte Provokation anfühlte und Roses Fähigkeit unterstrich, kulturelle Referenzen mit einer zeitgenössischen Haltung zu verschmelzen.



















