Kartik Research FW26 feiert indisches Handwerk inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit
Unter dem Titel „Raag“ setzt die Kollektion auf manuelle Handwerkskunst als Antwort auf steigende globale Handelszölle.
Zusammenfassung
- Kartik Research feierte in Paris das Debüt seiner „Raag“-Kollektion – inspiriert von indischen Archivstoffen der 1970er-Jahre.
- Die Show setzte auf kunstvolle Handstickereien, um handwerkliche Meisterschaft gegen steigende Handelszölle zu behaupten.
- Zu den prominenten Unterstützern zählt unter anderem der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani.
Mit gerade einmal 25 Jahren hat Kartik Kumra seinen Status als prägende Stimme der zeitgenössischen Herrengarderobe gefestigt und kehrt mit der Kartik Research Fall/Winter 2026-Kollektion „Raag“ zur Paris Fashion Week zurück. Diese Präsentation folgt auf einen bedeutenden kulturellen Meilenstein für das Label: Kürzlich trug der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani zu seiner Amtseinführung eine Eri-Seidenkrawatte der Marke. Für Kumra ist es ein Hoffnungssignal in einer sich wandelnden Weltordnung, seine Arbeit bei progressiven Führungspersönlichkeiten Widerhall finden zu sehen.
Der Titel der Kollektion zollt einem kunsthandwerklichen Label aus Ahmedabad aus den 1970er-Jahren Tribut, das einst Künstler Robert Rauschenberg in seinen Bann zog. Nachdem Kumra seltenen Zugang zu dessen Archiven erhalten hatte, übersetzte er diese Vintage-Anziehungskraft in eine zeitgenössische Form von „Soft Power“. Auf dem Runway zeigte sich ein raffinierter Mix aus Heritage und Streetwear-tauglichen Silhouetten – darunter steingraue Kantha-Smokingjacken, Barn Coats mit glitzernden floralen Ranken und oversized Leinenanzüge in zarten Pistazientönen.
Jenseits der Ästhetik thematisierte die Show den jüngst verhängten US-Zoll von 50 % auf indische Exporte. Da die Existenzgrundlage von 300 traditionellen Handwerkerinnen und Handwerkern auf dem Spiel steht, nutzte Kumra den Runway, um den Wert manueller Kunstfertigkeit zu unterstreichen. Von goldpaillettenbesetzten Blüten auf maßgeschneiderten Hosen bis hin zu indigogefärbtem Patchwork-Denim fungierten die Looks als trotziges Plädoyer für die Bewahrung indischer Handwerkskunst. Indem Kumra jahrhundertealte Techniken in relevante globale Mode übersetzt, beweist er, dass filigrane, menschengemachte Details ein kraftvolles Mittel gegen ökonomische Turbulenzen bleiben.



















