Dries Van Noten FW26: Die Kunst des Loslassens auf dem Laufsteg
Unter dem Titel „When Dawn Breaks“ präsentiert Julian Klausner seine zweite Menswear-Kollektion für Dries Van Noten.
Kurzfassung
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Julian Klausners zweite Kollektion für Dries Van Noten erkundet die leise, fast intime Übergangsphase vom Elternhaus in die Großstadt – und zelebriert die ehrlichen, spontanen Wege, auf denen junge Menschen mit ihrer ersten wirklich eigenen Garderobe experimentieren.
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Die Ästhetik setzt auf eine kultivierte Version von Granny Chic mit übergroßen Argyle-Pullovern, Fair-Isle-Strick und geerbten Familiensilhouetten, die für den modernen Nomaden wie nostalgische Sicherheitsdecken wirken.
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Die Show inszeniert einen verspielten Mix aus bewusst nicht zusammenpassenden Proportionen und Texturen und kombiniert verwischte florale Polaroid-Prints und Pastellakzente mit pragmatischen Reise-Accessoires wie Wäschesäcken und Patchwork-Hüten.
Für seine zweite Menswear-Präsentation als Creative Director von Dries Van Noten zeigt Julian Klausner eine Kollektion, die das leise, elektrisierende Summen des Aufbruchs von zuhause einfängt. Die Show eröffnete zu den Klängen von „Yo Ga Aketara“ (When Dawn Breaks) und vollzieht eine Abkehr vom feierlichen Strandsonnenaufgang der vorherigen Saison – sie begleitet dieselben Protagonist:innen, während sie ihre Koffer für die Großstadt packen. Kaum betraten die Models in der neuen Kollektion den Laufsteg, lag ein Gefühl in der Luft, dass hier die „ersten Experimente“ mit Stil gefeiert werden – jener unbeholfene, zugleich radikal ehrliche Moment, in dem man alte Lieblinge mit neuen Abenteuern mischt.
Die Ästhetik lehnt sich deutlich an das an, was moderne Modeaffine „granny chic“ nennen – veredelt durch die subtile, belgische Raffinesse des Hauses. Klausner spielt mit dem Zauber der geerbten Garderobe und lässt massive, gemütliche Strickteile, klassische Argyle-Pullover und exzentrische Fair-Isle-Muster über den Laufsteg ziehen, als wären sie direkt aus der Zederntruhe der Großeltern gehoben. Diese „freundlichen Kleider“ funktionieren wie Sicherheitsdecken für die Figuren und schenken ihnen ein Gefühl von Wärme und Geschichte, während sie ihre Komfortzone verlassen.
Die Silhouetten spielen bewusst mit diesen „falschen“ Proportionen – einige Teile sind hyperverkürzt, andere absichtlich überdimensioniert – und schaffen einen Look, der spontan und unpoliert wirkt. Verwischte Blumenprints, entnommen aus Polaroids, und „Fruitella“-Pastellakzente leuchten gegen eine stimmungsvolle Palette aus Blau- und Grautönen. Die Accessoires erzählen die Geschichte eines Reisenden unterwegs: wäschesackartige Bags, „Wanderer“-Patchwork-Hüte und Glücksbringer, angeheftet wie Angelköder. Eine Lektion in lässiger Präzision, die zeigt, dass die bedeutendsten Stilmomente oft aus den Dingen entstehen, die wir mit uns tragen.



















