Inside Le Figuier: Bétyle Studios moderne Verwandlung eines fensterlosen Bauernhauses in Marseille
Um die Bruchsteinmauern von 1820 zu bewahren, setzten die Designer sandgestrahlte Glasbausteine ein, die weiches Tageslicht sanft filtern.
Zusammenfassung
- Bétyle Studio hat ein Nebengebäude aus dem Jahr 1820 in Marseille mithilfe eines inneren hölzernen „architektonischen Kerns“ in einen 45 Quadratmeter großen Wohnraum verwandelt.
- Rotes Okoumé-Holz und Glasbausteine schaffen eine private, laternenartige Atmosphäre – ganz ohne neue Fensteröffnungen.
- Maßgefertigte Details, wie ein von Futtertrögen inspirierter Waschtisch, würdigen die landwirtschaftliche Geschichte des Ortes.
In Marseille, Bétyle Studiohat ein historisches landwirtschaftliches Nebengebäude von 1820 in „Le Figuier“ verwandelt – einen kompakten Wohnraum mit 45 Quadratmetern, der zugleich als Arbeitsbereich und privater Rückzugsort dient. Da die ursprünglichen Bruchsteinmauern aus Kalkstein fensterlos und statisch empfindlich waren, entschieden sich die Designer Carla Romano und Nicolas Cazenave de la Roche bewusst gegen neue Öffnungen. Stattdessen entwickelten sie einen innovativen inneren „architektonischen Kern“ – ein hohles Holz- und Glasgerüst, das von der ursprünglichen Mauerwerksstruktur abgerückt ist –, um Büro, Schlafzimmer und Flur zu definieren, ohne die historische Hülle des Gebäudes zu beeinträchtigen.
Das Interior wird von einer ausdrucksstarken Palette aus tiefrot gebeiztem Okoumé-Holz und warmen, braunen Steinzeugfliesen geprägt, die an die Patina traditioneller Terrakotta aus Marseille erinnern. Um das Problem des begrenzten Tageslichts zu lösen, setzte das Studio entlang der Kanten der zentralen Struktur ein hoch angeordnetes Band aus sandgestrahlten Glasbausteinen ein. Diese wirken wie ein Lichtfilter, der tagsüber sanftes Tageslicht im Raum verteilt und nachts ein laternenartiges Leuchten erzeugt – bei gleichzeitigem Schutz der Privatsphäre der Bewohner:innen.
Jedes Detail des Hauses ist ein Statement maßgeschneiderter Handwerkskunst: Das Studio ließ eigens für das Projekt Möbel, architektonische Beschläge und Leuchten anfertigen. Viele Elemente schlagen eine zeitgenössische Brücke zur landwirtschaftlichen Vergangenheit des Gebäudes: So erinnert etwa ein Waschtisch aus Edelstahl an alte Futtertröge, während wiederverwendete Bauernhaken als Wandhaken dienen. Ein besonderes Highlight ist das handgefertigte hölzerne Bettgestell mit einer filigranen, sternförmigen Intarsie, die auf den „baetyl“-Stein anspielt, nach dem das Studio benannt ist.
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