Talfahrt bei Sotheby’s: Auktionsriese schreibt hohe Verluste
Die Einnahmen von Sotheby’s sanken 2024 um fast 20 Prozent – ein herber Rückschlag für das Traditionshaus.
Zusammenfassung
- Sotheby’s Einnahmen brachen 2024 um knapp 20 Prozent ein; zugleich schrieb das Auktionshaus einen Vorsteuerverlust von 248 Millionen US-Dollar, weil der Kunstmarkt merklich abkühlte.
- Das Auktionshaus sicherte sich 909 Millionen US-Dollar vom Abu-Dhabi-Fonds ADQ, um Schulden abzubauen und ein neues Gebäude an der Madison Avenue zu kaufen.
Das Blue-Chip-Auktionshaus der Kunstwelt hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Sotheby’s, der 280 Jahre alte Riese, der alles von Picassos bis Patek Philippes verauktioniert, musste 2024 einen Umsatzrückgang von fast 20 Prozent hinnehmen – ein deutliches Signal dafür, dass weniger Sammler Luxusgüter und Kunst erwarben und das Haus stark traf.
Laut Unterlagen in Luxemburg erzielte Sotheby’s 2024 Erlöse von 1,13 Milliarden US-Dollar – nach 1,36 Milliarden im Jahr zuvor. Die Verluste summierten sich rasch: Das Unternehmen verzeichnete einen Vorsteuerverlust von rund 248 Millionen US-Dollar und damit mehr als doppelt so viel wie die 106 Millionen 2023.
Wie kam es dazu? Laut Business of Fashion sind Provisionen und Gebühren – das tägliche Brot von Sotheby’s – geschrumpft, weil hochpreisige Auktionen ausblieben. Der globale Kunstmarkt lahmt, und selbst ein Schwergewicht wie Sotheby’s spürt das. Im vergangenen Jahr erwarb der Staatsfonds Abu Dhabis, ADQ, für 909 Millionen US-Dollar 24 Prozent der Anteile. Sotheby’s nutzte diese frische Liquidität sowie eine Aufstockung durch Eigentümer Patrick Drahi, um Schulden zu tilgen und ein neues Gebäude an der Madison Avenue in New York zu kaufen.
Im Großen und Ganzen geht es bei Sotheby’s längst nicht mehr nur um den Hammerschlag. Das Haus vergibt inzwischen Kredite gegen Kunst, handelt mit Immobilien und setzt auf wohlhabende Geldgeber, um den Sturm zu überstehen. Doch bei weiter sinkenden Verkäufen bleibt die Frage, ob dieses Traditionshaus in einer Welt, in der Hype-Kultur und Social Media den Ton angeben, relevant bleiben kann.















