Rashid Johnson bringt „Dutchman“ zurück in die Russian & Turkish Baths in New York
Ein (Un-)Behaglichkeitstest für Zuschauer*innen und Schauspieler*innen gleichermaßen.
Zusammenfassung
- Der gefeierte Künstler Rashid Johnson bringt seine Adaption von Amiri Barakas „Dutchman“ (1964) für eine limitierte Aufführungsreihe zurück auf die Bühne.
- Die Themen Rassismus, Gewalt und Assimilation gewinnen durch die außergewöhnlich immersive Wahl des Spielorts noch mehr Gewicht.
Rashid Johnsons „Dutchman“ kehrt ab dem 24. September für fünf Abende in die Russian & Turkish Baths zurück – einem Comeback, dem bereits mit großer Spannung entgegengefiebert wird. Bei seiner Premiere 2013, einer von Performa in Auftrag gegebenen Inszenierung, gab Johnson sein Regiedebüt und schlug damit einen Weg jenseits der Bildenden Kunst ein. Mehr als ein Jahrzehnt später nähert er sich Amiri Barakas 1964 mit einem Obie ausgezeichnetem Porträt über Rasse und Sexualität mit neuer Dringlichkeit.
Baraka brachte „Dutchman“ 1964 im traditionsreichen Cherry Lane Theatre zur Uraufführung; die Neuinszenierung von 2007 weckte Johnsons Interesse. Das Einakterstück zeigt einen zunächst koketten, dann stürmischen Schlagabtausch zwischen Lula, einer provokanten weißen Frau, und Clay, einem aufstrebenden schwarzen Intellektuellen – und das alles in der stickigen Hitze eines New-Yorker U-Bahn-Wagens. Was als erotisches Geplänkel beginnt, mündet in eine unerbittliche Analyse von Bürgerrechts-Politik, Machtverhältnissen, Assimilation und Gewalt.
In der neuen Inszenierung übernimmt Tori Ernst erneut die Rolle der Lula, während Jerrod Hayes als Clay auftritt. Indem Johnson das Stück in die schwitzfeuchten Mauern des Badehauses verlegt, versetzt er das Publikum unmittelbar in die Hitze, den Dampf und die Klaustrophobie, die die Aufführung durchziehen. „Die Menschen sind entkleidet, sie sind in einem Ausmaß exponiert, wie sie es in der Öffentlichkeit nie sind“, sagte Johnson The New York Times im Jahr 2013. „Es ist ein Ort für wirklich ehrliche Verhandlungen. Ich sehe ihn als ein Spielfeld auf Augenhöhe.“
Johnsons Idee, das Badehaus in eine Bühne zu verwandeln, erweist sich als ebenso passender wie unvergesslicher Rahmen für Barakas brandgefährliche Studie über Rasse auf engstem Raum, bei der das Publikum genauso involviert ist wie die Darstellenden. „Die Leute erwarten, dass Theater und Kunst per se großzügig sind“, so Johnson. „Ich will etwas sehen, das Menschen an ihre Grenzen bringt. Die Hitze ist dabei ein entscheidender Faktor – das Verhältnis von Komfort und Unbehagen ist für mich essenziell.“
Rashid Johnsons „Dutchman“ ist vom 24. bis 28. September in New York zu sehen. Besuchen Sie die Website der Produktion, um sich Tickets zu sichern.


















