LVMH-, Karl-Lagerfeld- und Savoir-Faire Prize: Die Gewinner:innen genießen ihren Triumph
Bei der 12. Ausgabe der Preisverleihung holte sich Soshiotsuki den LVMH Prize, Steve O Smith wurde mit dem Karl Lagerfeld Prize geehrt und der Savoir-Faire Prize ging an Torishéju.
Während sich die großen Modehäuser auf ihre ersten Kollektionen unter neuer kreativer Leitung vorbereiten, sprießen junge Talente weiter. Am 3. September lud LVMH in der Fondation Louis Vuitton zum jährlichen LVMH Prize for Young Designers, bei dem Nachwuchsdesigner:innen ihre Arbeiten einer Jury aus neun Kreativdirektor:innen der LVMH-Häuser präsentierten – Jonathan Anderson, Sarah Burton, Marc Jacobs, Nicolas Ghesquière, Stella McCartney, Nigo, Phoebe Philo, Silvia Venturini Fendi und Pharrell Williams – unterstützt von Delphine Arnault, Jean-Paul Claverie, Sidney Toledano sowie Bollywood-Star Deepika Padukone.
Arnault eröffnete die Preisverleihung mit einer Ansprache, bevor sie den LVMH Prize an Soshiotsuki von Designer Soshi Otsuki und den Karl Lagerfeld Prize an Steve O Smith und sein gleichnamiges Label überreichte. Der Savoir-Faire Prize, der nachhaltige Innovation und Handwerkskunst auszeichnet, ging an Torishéju Dumi von Torishéju. Im Anschluss sprach Hypebeast mit allen Gewinner:innen darüber, was dieser Meilenstein für sie bedeutet und was sie sich vom Mentoring erhoffen.
Der LVMH Prize ist mit 400.000 € sowie einem einjährigen Mentoring-Programm durch LVMH-Expert:innen dotiert. Padukone, von Kopf bis Fuß in Louis Vuitton gekleidet, überreichte die Auszeichnung dem 35-jährigen Designer Soshi Otsuki. Otsuki entwirft Menswear-Ensembles mit einem ausgeprägten Gespür für präzise Schneiderkunst. Obwohl er auf internationalen Märkten agiert, tragen seine Kreationen unverkennbar die Handschrift seines japanischen Erbes und überzeugen durch hochwertige Verarbeitung. Durch das Mentoring hofft er, seine Marke weiter auszubauen und um alltagstaugliche Stücke zu ergänzen, die seine raffinierten Anzüge abrunden. Bereits vor zehn Jahren stand er auf der Shortlist desselben Preises – jetzt schließt sich der Kreis.
„Die Qualität meiner Kollektionen hat sich seitdem enorm verbessert. An maßgeschneiderten Teilen werde ich natürlich festhalten, aber mir ist klar geworden, dass ich meine Markenvision erweitern muss, um mehr Menschen zu erreichen. Ich möchte mehr lässige Pieces entwickeln, die sich gut mit den Tailoring-Looks kombinieren lassen. Bisher habe ich die Marke allein geführt – jetzt will ich mein Team ausbauen, mich zum Thema Merchandising beraten lassen und lernen, wie wir global expandieren können“, erklärt Otsuki.
Der britische Designer Steve O Smith gewann den Karl Lagerfeld Prize für seine detailreichen Couture-Entwürfe; die Auszeichnung ist mit 200.000 € und einem einjährigen Mentoring durch den LVMH-Konzern verbunden. Der 33-Jährige studierte an Central Saint Martins, bevor er sein gleichnamiges Menswear- und Womenswear-Label gründete. Sein Arbeitsprozess ist unverkennbar und detailverliebt – mithilfe von Applikationen und kreativer Konstruktion erweckt er seine Skizzen zum Leben und verwandelt sie vom Notizbuch direkt in Schnittmuster. Er sprach über diesen Ansatz und darüber, wie er ihn mit Unterstützung von LVMH weiterentwickeln will.
„Was mich an meinem Prozess wirklich erfüllt, ist, dass sich meine Entwürfe ständig weiterentwickeln, weil ich so viel zeichne. Das fühlt sich immer noch surreal an. Momentan haben wir einen echten Produktionsstau: Wir bekommen mehr Aufträge, als wir abarbeiten können. Um es ganz unverblümt zu sagen: Ich werde das Geld einsetzen, um diesen Engpass zu lösen, die nötigen Maschinen anzuschaffen und mehr Näher:innen einzustellen. Wir müssen einfach wachsen – darauf werde ich mich konzentrieren“, sagt Steve.
Ebenfalls für England erfolgreich: Torishéju Dumi von Torishéju, die den Savoir-Faire Prize gewann. Die 32-jährige Designerin für Womenswear und Menswear erhält 200.000 €, ein einjähriges LVMH-Mentoring sowie Unterstützung der LVMH Métiers d’Excellence durch eine Partnerschaft mit dem Stickerei-Spezialisten Maison Vermont, die ihr Verzierungen im Wert von 50.000 € für die nächste Kollektion sichert. Dumi stammt aus North London und lässt konsequent ihr nigerianisch-brasilianisches Erbe in ihre Entwürfe einfließen. Inspiration zieht sie aus familiären Legenden, Religion und Spiritualität – ihre Kleidung erhält dadurch eine skulpturale Qualität.
Dumi erläutert: „Die Marke ist aus einer Obsession für Form, Silhouette und Textur entstanden. Es geht darum, zeitlose Teile minimal zu überzeichnen, bis dieses leicht unheimliche Gefühl entsteht, bei dem man etwas erkennt und gleichzeitig merkt, dass etwas nicht ganz stimmt. Wir schaffen zeitlose Pieces, die sich mühelos in deine Garderobe einfügen.“ Weiter sagt sie: „Es ist wirklich außergewöhnlich, diese Auszeichnung zu erhalten, weil ich Handwerk schon immer geliebt habe. Ich arbeite mit meinen Händen und kreiere etwas, das in der Geschichte verwurzelt ist – und ich liebe Geschichte. Es ist so wichtig, die Vergangenheit zu kennen, um Gegenwart und Zukunft zu verstehen. Genau das ist für mich Handwerk.“
Alle Gewinner:innen erhalten zudem ein Budget von der Plattform Nona Source, die Restmaterialien aus den Mode- und Lederwarensparten des Konzerns upcycelt und so die Kreislaufwirtschaft fördert. Um den Staffelstab an die nächste Generation weiterzugeben, wurden bei der Zeremonie auch drei frischgebackene Modeabsolvent:innen geehrt: Louna Clouzel von La Cambre in Brüssel, Sophia Sacchetti von Parsons Paris und Peiwen Mao von der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen. Die Nachwuchsdesigner:innen und ihre Hochschulen erhalten jeweils 10.000 € und dürfen in den Ateliers von Kenzo, Louis Vuitton Homme und Dior Womenswear lernen.
Wir werden von diesen Preisträger:innen ganz sicher noch hören – bleibt gespannt auf ihre kommenden Kollektionen.








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