Giorgio Armanis Testament: Verkaufen oder an die Börse – klare Ansage an die Erben
Vorrang hat ein Verkauf an LVMH, L’Oréal, EssilorLuxottica oder andere Luxusriesen derselben Liga.
Zusammenfassung
- Das Testament von Giorgio Armani weist seine Erben an, die Marke zu verkaufen oder einen Börsengang einzuleiten.
- Das Testament skizziert einen mehrstufigen Verkaufsplan und räumt Luxusgiganten wie LVMH Priorität ein.
- Seine Stiftung soll einen Anteil von 30 % behalten, um die Grundprinzipien der Marke zu schützen.
Eine Nachricht, die in der Luxusmodewelt wie eine Bombe einschlug: Das Testament des verstorbenen Designers Giorgio Armani verpflichtet seine Erben, die Marke entweder zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Damit vollzieht Armani posthum eine radikale Kehrtwende, denn der 91-Jährige, der erst vergangene Woche verstarb, hatte die Unabhängigkeit seines Hauses jahrzehntelang eisern verteidigt und unzählige Angebote großer Konzerne ausgeschlagen.
Laut einer vonReuterseingesehenen Kopie des Testaments hat Armani einen mehrstufigen Plan für sein Imperium festgelegt. Innerhalb von 18 Monaten nach seinem Tod sollen 15 % des italienischen Modehauses veräußert werden. Anschließend sollen innerhalb von drei bis fünf Jahren weitere 30 % bis 54,9 % an denselben Käufer gehen oder das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Vorrang haben laut Testament Luxusgiganten wie LVMH, L’Oréal oder EssilorLuxottica sowie andere Gruppen „gleichen Rangs“.
Zwar ebnet das Testament den Weg für einen Verkauf, zugleich enthält es aber auch eine Schutzklausel, um das Erbe der Marke zu bewahren. Die 2016 gegründete Giorgio Armani Foundation wird dauerhaft mindestens 30 % des Unternehmens halten und damit als Garant für Armanis Gründungsprinzipien fungieren. So sollen der zeitlose Stil und die Werte, die die Marke seit fünf Jahrzehnten prägen, erhalten bleiben. Bis zu seinem Tod war der legendäre Designer Alleininhaber des Hauses, das er in den 1970er-Jahren gemeinsam mit seinem später verstorbenen Partner Sergio Galeotti aufgebaut hatte. Kinder, die das Unternehmen erben könnten, hatte Armani nicht.



















