Die Sonne geht über Courrèges SS26 auf
Von eisigen Anfängen bis zu flammenden Finalen kletterte die Kollektion auf dem Laufsteg von 22 auf 30 Grad.
Nicolas Di Felice bei Courrèges beweist einmal mehr seine Meisterschaft und präsentiert die Frühjahr/Sommer‑Kollektion 2026 mit einer Brillanz, die von Saison zu Saison wächst. Am zweiten Nachmittag der Paris Fashion Week überhob sich Courrèges aus dem Gewöhnlichen und erklomm mit einer Kollektion solare Sphären, die schimmerte und sich in ihrer Intensität wie die Phasen der Sonne steigerte.
Die für das Haus typische, quadratische Location wurde von Rémy Brière und Matière Noire in einen Kreis verwandelt und bildete die Bühne für eine zyklische Erzählung von Hitze und Licht. Der Pariser Komponist Erwan Sene verdichtete die Atmosphäre mit einem hypnotischen Score, der auf dem Laufsteg ansteigende Temperaturen zu diktieren schien. Von eisigen Anfängen bis zu flammenden Finalen kletterte die Kollektion von 22 auf 30 Grad – widergespiegelt in Courrèges’ skulpturalen Silhouetten, die weich und doch konstruiert sowie unverkennbar selbstbewusst wirkten.
Bei 22 Grad hing noch Frost in der Luft: Petrol‑ und Marinetöne überzogen transparente Tops, Röcke und verschleierte Caps. Bei 24 Grad verschmolzen Badeanzüge mit karierten Unterteilen, Leder‑Outerwear und hybridem Schuhwerk und markierten den Übergang zu gemäßigten Außentemperaturen. Bei 26 Grad brannten die Lichter wie eine Mittagssonne und setzten Cut‑out‑Bomberjacken, untrennbare Co‑ords und fließende Abendgarderobe in Szene. Schließlich manifestierten sich bei 30 Grad metallische Accessoires: Aufgeschlitzte Teile aus pflanzenbasiertem Vinyl spiegelten das fragile Klima unserer Zeit, während gebleichte Kleider die Gesichter vor blendenden Strahlen schützten – ein Finale, das Dringlichkeit und Strahlkraft gleichermaßen vereinte.
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