Wie Aunt Studio im Café Tondo Geschichte und Ort zusammenwebt
Große Fensterfronten und liebevoll handwerkliche Details führen hier einen leisen Dialog zwischen Vergangenheit und Wandel.
Zusammenfassung
- Das von Aunt Studio verantwortete Design des Café Tondo würdigt die Geschichte des Gebäudes und verbindet Altes mit Neuem.
- Im Inneren treffen originale, abgenutzte Dielen und freigelegtes Ziegelmauerwerk auf einen neuen erdroten Putz, der sie sanft miteinander verknüpft.
- Maßgefertigte Möbel und strukturierte Keramiken verleihen dem Raum eine warme, handgearbeitete Note.
Im Chinatown von Los Angeles entfaltet sich das Café Tondo als ganztägiger Treffpunkt, der mühelos vom ersten Morgenkaffee bis zum abendlichen Glas Wein übergeht. Unter der kreativen Leitung von Abraham Campillo (Mouthwash Studio) sowie Mackenzie Freemire, Alex Tan, Ben Mingo und Mike Kang (Locale Partners) schließt das Café die Lücke, die das Verschwinden klassischer „Third Places“ hinterlässt – mit einem Spirit aus Wärme, Großzügigkeit und echter „mi casa es tu casa“-Gastfreundschaft.
Die von Aunt Studio gestalteten Innen- und Außenbereiche entfalten sich als eine Abfolge miteinander verbundener Räume, die jeweils Spuren der Vergangenheit als französische Bar, Akupunkturpraxis und Autowerkstatt tragen. Anstatt diese Kapitel auszulöschen, bezieht der Entwurf sie bewusst ein. Wie die Aunt-Studio-Gründer:innen Noam Saragosti und Juhee Park erklären, verfolgte man „einen strategischen Ansatz – zu entscheiden, was wir bewahren, was wir entfernen und wo wir eingreifen“. Abgenutzte Originalböden, gestrichene Ziegel und freigelegte Decken bleiben Teil der Erzählung, während neue Elemente wie ein kontinuierliches Band aus erdrotem Putz die Räume leise zusammenhalten. „Das Ergebnis ist keine Neuerfindung, sondern ein sorgfältiges Schichten, das die Substanz wahrt und einen feinen Dialog zwischen Erinnerung und Veränderung ermöglicht.“
Durch großzügige Fenster flutet Sonnenlicht auf die maßgefertigten Möbel von OMBIA Studio – jedes Stück in Mexiko handgefertigt, mit Anklängen an Cantina-Kultur und Alltagsrituale. Die Tischplatten schmücken strukturierte Keramiken, kuratiert von Isabella Marengo von Bugambilia, während marineblaue Akzente alle Räume verbinden. Wenn der Tag in die Nacht kippt, wandelt sich die Stimmung nahtlos zu Live-Jazz, Boleros, Salsa-Abenden und einer Residency des Mexico-City-DJs Escuby.
Im Zentrum des sinnlichen Erlebnisses steht der aus Guadalajara stammende Chefkoch Luis Luna. Geprägt von seiner Zeit in Enrique Olveras Damian und Xokol entwickelt er eine Karte, die Geschichten von Herkunft, Erinnerung und Zukunft erzählt. Seine kleinen Teller, die die Vielfalt der Küchen Lateinamerikas von Mexiko bis Südamerika zelebrieren, bilden das kulinarische Rückgrat eines Abendprogramms voller Salsa-Nächte und Live-Musik – und laden die Gäste ein, nicht nur zu essen, sondern zu verweilen, sich zu vernetzen und dazuzugehören.


















