SSENSE beantragt Insolvenzschutz – Gläubiger planen Verkauf
Der kanadische Fashion-Retailer will sich unter dem Companies’ Creditors Arrangement Act neu aufstellen, während Kreditgeber bereits einen Verkauf vorbereiten.
SSENSE hat Insolvenzschutz beantragt, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das CEO Rami Attallah am Donnerstag an die Belegschaft verschickte, berichtet Business of Fashion.
In der E-Mail erklärte SSENSE-CEO Rami Attallah, dass die Gläubiger des in Montreal ansässigen Unternehmens planen, die Firma im Rahmen des Companies’ Creditors Arrangement Act – eines kanadischen Bundesgesetzes, das großen Unternehmen eine Umstrukturierung ermöglicht, um eine Insolvenz abzuwenden – zu verkaufen. SSENSE wolle den Verkauf jedoch verhindern und innerhalb der nächsten 24 Stunden selbst einen CCAA-Antrag stellen, um „das Unternehmen zu schützen, die Kontrolle über unsere Vermögenswerte und unseren Betrieb zu behalten und für die Zukunft des Unternehmens zu kämpfen“.
Atallah sagte: „Wir haben kürzlich eng mit Finanz- und Rechtsberatern zusammengearbeitet, um unseren eigenen Restrukturierungsplan zu entwickeln, das Geschäft zu stabilisieren und es fit für die Zukunft zu machen. Das Gericht wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Woche entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Bis dahin ist unser Fokus klar: Werte schützen, das Geschäft stabilisieren und einen Restrukturierungsplan aufsetzen, der unsere Zukunft sichert.“
Die finanziellen Turbulenzen des Unternehmens folgen auf mehrere Entlassungsrunden Anfang des Jahres. Atallah machte vor allem den von Präsident Donald Trump verhängten 25-prozentigen Zoll auf aus Kanada eingeführte Waren verantwortlich. Zudem habe das an diesem Freitag auslaufende „de-minimis“-Limit, das Sendungen im Wert von bis zu 800 US-Dollar zollfrei in die USA gelangen ließ, zu der Entscheidung beigetragen, den CCAA-Antrag zu stellen.
„Diese Ereignisse haben eine sofortige Liquiditätskrise ausgelöst, die sich nicht mit kurzfristigen Maßnahmen beheben ließ“, sagte Atallah gegenüber The Logic. „Nachdem wir alle Optionen geprüft haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine CCAA-Restrukturierung die einzige Möglichkeit ist, unseren Betrieb fortzusetzen.“
Der Betrieb bei SSENSE läuft normal weiter, die Gehälter bleiben bis auf Weiteres unverändert.















