Die Zukunft beginnt jetzt: CORTIS – K-Pops nächster Gamechanger
Die erste neue Gruppe von BIGHIT MUSIC seit sechs Jahren sprengt Grenzen und folgt kompromisslos ihrem künstlerischen Instinkt.
CORTIS steht bereit, die nächste K-Pop-Ära einzuläuten. Wie ihre Labelkollegen BTS und TOMORROW X TOGETHER sind sie bei BIGHIT MUSIC unter Vertrag. Ihr Name leitet sich von der Phrase „COLOR OUTSIDE THE LINES“ ab und verkörpert ihr Credo: kompromisslose Originalität und das Überschreiten von Grenzen. Mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 17 Jahren sprudeln CORTIS vor Kreativität: Die fünf schreiben ihre Songs, entwickeln die Choreografien und produzieren ihre Videos selbst – pure künstlerische Freiheit.
Die unterschiedlichen Hintergründe der Mitglieder prägen ihre Sicht auf die Welt – ihre Geschichten entspringen dem echten Leben, nicht einer Formel. Der 17-jährige Koreanisch-Kanadier Martin, inoffizieller Leader, nennt Tyler, the Creator und den verstorbenen Mac Miller als Einflüsse und liebt die Hip-Hop-Kultur der 2010er-Jahre; der 19-jährige Taiwanese James trägt den schwarzen Taekwondo-Gürtel, spielte semi-professionell Eishockey und brachte sich Tanzen selbst bei, ehe er professionell trainierte; Juhoon, 17, das „Brain“ von CORTIS, modelte bis zu seinem 15. Lebensjahr und glänzte akademisch, bevor er bei BIGHIT unterschrieb; Keonho, 16, ehemaliger Wettkampfschwimmer, sorgt für verspielte Energie; und Seonghyun, nur einen Monat jünger als Keonho, ist ein Multitalent und vervollständigt zusammen mit Martin und James das „Creator-Trio“.
CORTIS starten ihre kühne K-Pop-Revolution mit dem Debüt-Track „What You Want“. Das Stück erscheint samt Musikvideo, dessen Konzept bereits in ihren Trainee-Tagen entstand. Die Single ist außerdem Teil ihrer ersten EP COLOR OUTSIDE THE LINES, die am 8. September erscheint. Keonho verrät Hypebeast, dass Experimentieren bei der Gruppe ganz selbstverständlich ist – so entstand auch die Single. „Wir standen schon immer auf mutige, unkonventionelle Styles, deshalb kam der Name [CORTIS] ganz von selbst. ‘What You Want’ wurde nicht geschrieben, um zwanghaft ins Konzept von COLOR OUTSIDE THE LINES zu passen, sondern um unsere kreative Vision und den Sound, den wir lieben, widerzuspiegeln“, ergänzt Seonghyeon. „Für mich ist der Song ein Meilenstein, der unsere künstlerische Richtung als Team definiert.“
„Die Laufband-Idee für die Choreo zu ‘What You Want’ ist das perfekte Beispiel für unser ‘Coloring outside the lines’“, erklärt Juhoon. „Als wir zum ersten Mal vorgeschlagen haben, auf einem Laufband zu tanzen, haben wir uns gefragt, ob das überhaupt funktionieren kann – schließlich hatte das vorher kaum jemand gemacht. Am Ende hatten wir einfach Spaß damit. Genau das bedeutet für mich ‘coloring outside the lines’: Konventionen sprengen und Neues ausprobieren.“
Wie beeinflusst eure kreative Autonomie euren künstlerischen Prozess?
Martin: Ich bin vor allem dankbar, in einem Umfeld zu arbeiten, das es mir erlaubt, mich ohne Zurückhaltung auf neue Herausforderungen zu stürzen. Wir können ständig neue Stile entdecken und ausprobieren – ein Privileg, das wir als Gruppe gemeinsam erleben.
Abseits von Musik und Choreografie sind Musikvideos ein wesentlicher Teil unserer Identität, weil sie uns erlauben, unsere Vision visuell auszuleben. Wir geben dem Regisseur nicht einfach ein Konzept in die Hand und sagen: „Dreh das.“ Stattdessen filmen wir zuerst unsere eigene Version, zeigen sie dem Regisseur und arbeiten gemeinsam daran, die besten Elemente in den offiziellen Cut zu übernehmen.
Zum Beispiel haben wir die Videos zu unserem Intro-Track „GO!“ und zu „JoyRide“ komplett selbst produziert, um unseren unverfälschten Sound und unser wahres Ich einzufangen. Wir haben einfach eine Handkamera geschnappt und ein paar Tage lang gedreht – ohne teures Equipment oder sonstigen Schnickschnack. Unsere Version kam so gut an, dass das offizielle Video darauf aufbaute. Um den ursprünglichen Vibe zu bewahren, haben der Regisseur und das Visual-Branding-Team stundenlang am finalen Clip zu „GO!“ gefeilt – dem ersten CORTIS-Video, das die Welt zu sehen bekam.
Wenn nur wir fünf drehen, halten wir uns nicht strikt an eine Shot-List, und vieles entsteht erst im Schnitt. Oft stoßen wir auf einzigartige Einstellungen, die gar nicht geplant waren. Einiges davon wurde im offiziellen Clip poliert, doch viele spontane Shots, herausgeschnittene Szenen und zufällige Momente erinnern an unsere Rohfassung. All das belegt unsere Freiheit, uns auszudrücken – wir folgen keiner festen Formel.
Seonghyeon: Unser kreativer Prozess lebt von grenzenloser Neugier – so zeigen wir unsere echten Farben am authentischsten. Wir haben gemerkt, dass unsere besten Ideen – ob Musik, Choreo oder Video – spontan entstehen, wenn wir einfach herumblödeln. Als wir zum Beispiel die Self-made-Version des Videos zu unserem B-Side-Track „FaSHioN“ (erscheint am 8. September) drehten, starteten wir völlig planlos: ein paar Lampen in einem leeren Studio und jede Menge Energie – mehr brauchte es nicht. Dieses Video inspirierte später den offiziellen Concept Performance Film.
Keonho: Ich erinnere mich, wie viel Spaß wir beim Brainstorming für unsere „GO!“-Version hatten. Eine Idee stach besonders heraus: mit einer 360-Grad-Kamera im Mund herumzurennen. Es sah nicht nur mega witzig aus, sondern war auch herrlich absurd – also haben wir es gemacht. Die Szenen waren so unterhaltsam, dass sie es sogar in das offizielle Musikvideo geschafft haben.
Gab es einen Moment, in dem eure improvisierte Arbeitsweise zu einem überraschenden, unerwarteten Ergebnis geführt hat?
James: Viele Ideen und Momente auf unserer ersten EP entstanden schlicht, weil wir herumgealbert und Dinge aus Neugier ausprobiert haben. Bestes Beispiel: das „Lullaby“-Video. Wir hatten an dem Tag ehrlich gesagt keine Lust auf irgendetwas. Die ganze Idee war nur eine Ausrede, um am Pool abzuhängen. Auch auf den Schnitt hatte ich keine Lust, also dachten wir: ‚Warum filmen wir das nicht einfach in einer einzigen Einstellung?‘ Nach ein paar kniffligen Versuchen hat es geklappt.
Seonghyeon: Bevor wir das Video zu „Lullaby“ drehten, konnte ich mir ehrlich gesagt gar keinen Clip dazu vorstellen. Ich war außerdem eher unmotiviert, weil Schnitt und Planung viel Zeit fressen. Also schlug ich einen Visualizer vor – heimlich wollte ich nur im Pool schwimmen. Das zeigt ganz gut unsere spontane Arbeitsweise.
Keonho: Im offiziellen „GO!“-Video gibt es eine Szene, die wir selbst gedreht haben, in der MARTIN unter einem Auto singt. Autos werden in Videos oft als Requisite benutzt, also wollten wir eine neue Perspektive und filmten einfach darunter – das diente später als wichtige Referenz. Ein Beispiel dafür, wie aus einer simplen Idee etwas Unverhofftes entsteht, wenn man nicht zu viel nachdenkt.
Auch beim Texten entstehen Themen oft in offenen Gesprächen. Als ich beispielsweise an der ersten Strophe von „FaSHioN“ schrieb, war gar keine Session geplant. MARTIN und ich saßen zufällig im Studio, plötzlich sprudelten die Zeilen. Wir sprachen über Gürtel, Klamotten und die stylischen älteren Damen in Dongmyo und dachten: ‚Warum schreiben wir nicht einfach über unsere echten Vintage-Shopping-Erfahrungen?‘ Von da an floss der Rest ganz natürlich.
Martin: Als Künstler erzählen wir unsere Geschichten ehrlich und frei in unseren Lyrics. Unsere Songs sind im Grunde Momentaufnahmen unseres Alltags – festgehalten in unseren eigenen Worten.
Bei „Lullaby“ zum Beispiel inspirierte mich der Anblick der Members, die auf dem Sofa eingeschlafen waren – ich wollte das Erschöpfungsgefühl unserer Generation einfangen.
Auch wenn „Lullaby“ eher lyrisch und emotional ist, haben wir Songs, die einfach Spaß machen sollen, ohne großes Nachdenken – „FaSHioN“ zum Beispiel. Wir sahen eines Tages unsere lässigen Outfits und fragten uns: ‚Tragen wir wirklich immer nur T-Shirt und Jeans?‘ Daraus wurde das Konzept, dass unsere Klamotten zwar nur ein paar Dollar kosten, unsere Träume aber Milliarden wert sind. Witzige Texte auf einem druckvollen Beat, der sonst zu ernst wirken könnte, machen den Track erst richtig catchy.
Bei der Lead-Single „What You Want“ sind wir ähnlich vorgegangen und haben unsere echten Wünsche – Liebe, Freiheit, Glück, Geld und Frieden – ganz direkt in Worte gefasst.
Juhoon: Beim „Lullaby“-Dreh meinte JAMES, der Schnitt von „GO!“ sei ziemlich aufwendig gewesen, also beschlossen wir, diesmal alles in einem Take zu filmen, um den Edit minimal zu halten. Die Coladose, die im Video eine große Rolle spielt, lag einfach rum. Rückblickend war es eine simple Idee, die dem Video unerwartet viel Qualität gegeben hat.
Ihr alle fünf seid am kreativen Prozess beteiligt. Wie läuft eure Zusammenarbeit bei einem Song – vom ersten Geistesblitz bis zum fertigen Produkt – normalerweise ab?
Martin: Wenn wir an einem Song arbeiten, starten wir meist damit, über einen bestehenden Beat – oder einen von uns gebauten – zu freestylen. Manchmal sitzen wir im Kreis und werfen uns Ideen zu, manchmal nehmen wir sie schnell aufs Handy auf und gehen später ins Studio, um sie richtig einzusingen. Die Texte dieser Demos bilden oft den thematischen Startpunkt und landen in der finalen Version.
Danach setzen wir uns zusammen und schreiben die Lyrics Zeile für Zeile. Manchmal läuft alles wie am Schnürchen und wir sind nach ein paar Stunden fertig; manchmal hängen wir einen Monat an einem Song – so war es bei „GO!“. Wenn man zu lange am selben Ort bleibt, stockt der Flow, deshalb habe ich in den USA oft den Platz gewechselt, etwa im Park oder am Wasser geschrieben. Das ist eine unserer Lieblingsmethoden, um inspiriert zu bleiben.
Da die Mitglieder aus unterschiedlichen Kulturen und Lebenswelten kommen – wie beeinflusst diese Vielfalt eure Musik, Visuals und Choreografien, und wie spiegelt sich das im kreativen Prozess wider?
James: Es gibt zwar Unterschiede, aber kreativ ticken wir erstaunlich ähnlich. Im Kern sind wir fünf Teens, geprägt von Musik, Social Media, Fashion, Filmen, Fotos, Cartoons, Anime und vielem mehr.
Unsere verschiedenen Wurzeln beeinflussen jedoch unseren Blick auf den Alltag. Bei den kleinen Dingen haben wir oft unterschiedliche Meinungen, wissen aber, wie gut es ist, so eng zusammenzuhalten – das motiviert uns zusätzlich. Unsere Liebe zur Kunst verbindet uns, egal woher wir kommen.
Juhoon: Weil wir in ganz unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen sind, hat jeder von uns eine eigene Farbe. Diese Vielfalt prägt unsere Herangehensweise an alles, was wir tun. Die fünf Perspektiven unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht, doch wenn es klappt, leuchtet unsere Originalität umso klarer.
Gerade beim Schreiben merken wir die Unterschiede. Anfangs hat jeder seine Parts für „GO!“ allein geschrieben und wir wollten sie danach zusammenfügen – das endete in vielen Reibereien. Also setzten wir uns zusammen und schrieben Zeile für Zeile. Die Lyrics wurden dadurch deutlich besser, und bis heute arbeiten wir meistens so.
Trotz unserer unterschiedlichen Hintergründe fühlen wir uns als ein Team. Unsere Stile sind individuell, aber wenn wir zusammenarbeiten, fließt alles – fast so, als würden wir einfach nur Spaß haben, und das spürt man.
Seonghyeon: Anfangs schrieben wir die Lyrics getrennt und setzten sie dann zusammen, doch jeder hatte andere Vorstellungen davon, was funktioniert. Also stellten wir um und schreiben jetzt gemeinsam Zeile für Zeile. Wenn wir nicht weiterkommen, teilen wir uns kurz auf, aber diese Methode macht den Prozess viel reibungsloser – besonders bei „FaSHioN“ war das Gold wert.
Das Visual zu „What You Want“ basiert auf einem Video, das ihr in euren Trainee-Tagen gedreht habt. Wie fühlt es sich an, es jetzt wirklich zum Leben erwachen zu sehen?
James: Absolut surreal! Zu sehen, wie etwas, das wir nur in unseren Köpfen hatten, Wirklichkeit wird – und dann auch noch in einer Version für die ganze Welt – ist verrückt. Beim Dreh unseres Videos hatten wir kein Budget und ständig Einschränkungen bei Zeit, Equipment oder Location. Trotzdem war ich jedes Mal sprachlos, wenn wir die Playbacks gesehen haben. Das werde ich nie vergessen.
Keonho: Es ist wirklich unglaublich. Vom selbst gefilmten Clip bis zum offiziellen Musikvideo der Lead-Single hatte ich viele Sorgen. In unserer Version spielen wir eine Szene, in der wir gestresst sind. Bei der Planung des offiziellen Clips wurden noch mehr Schauspiel-Momente hinzugefügt, was mich einschüchterte. Doch als alles fertig war, waren die Sorgen weg. Wenn man die früheren Limitierungen bei Equipment, Location und Schnitt bedenkt, war es einfach cool, die finale Version mit all den Effekten zu sehen – unsere Vision wurde Realität.
Wie möchtet ihr mit eurer Musik und eurem künstlerischen „Coloring outside the lines“-Ansatz die K-Pop-Szene insgesamt beeinflussen?
Juhoon: Unsere größte Stärke ist, wie unberechenbar wir sind – wir lassen uns nicht auf ein Genre oder Konzept festnageln. Indem wir uns ehrlich ausdrücken, landen wir automatisch bei Experimente. Wir wünschen uns, dass die Hörer unsere Haltung spüren und unsere Musik innerhalb des K-Pop als vertraut, aber trotzdem neu empfinden. In Zukunft wollen wir unseren Sound noch vielfältiger machen und ständig neue Ideen erkunden.
Martin: Wir wollen uns nicht auf ein Genre beschränken, deshalb drängen wir uns ständig dazu, außerhalb der Linien zu malen. Wir mixen unaufhörlich verschiedene Stile und sind am glücklichsten, wenn dabei ganz neue Klänge entstehen.
Unser B-Side-Track „Lullaby“ ist ein gutes Beispiel. Eines Tages bat mich KEONHO, einen Jazz-Beat zu basteln. Da ich nicht viel Jazz-Erfahrung habe, habe ich ihn per Sequencing zusammengestellt. Heraus kam ein merkwürdiger Hybrid – weder rein akustisch noch komplett elektronisch. Über den entspannten Beat legten wir soulige Vocals, die dem Ganzen einen völlig neuen Vibe verleihen. „Lullaby“ ist wahrscheinlich unser experimentellster Song. Diese Mischung aus ungewöhnlichem Beat und Soul-Vocals lässt ihn hervorstechen. Wir möchten zeigen, dass solche neuen Sounds aus K-Pop kommen können, Klischees brechen und unsere eigene Version des Genres entwickeln. Bis sich unser unverwechselbarer Sound endgültig formt, nehmen wir jede Herausforderung an.


















