Nan Goldins Magnum-Opus bekommt eine große Gagosian-Ausstellung
Alle 126 Arbeiten aus „The Ballad of Sexual Dependency“, ihrer genre-sprengenden Studie über Intimität.
Zusammenfassung
- Die Davies-Street-Galerie von Gagosian zeigt ab 2026The Ballad of Sexual Dependency, Nan Goldins einflussreiche Fotoserie, vom 13. Januar bis 21. März 2026.
- Die Ausstellung entwirft ein radikal schonungsloses Porträt des New Yorker Downtown-Lebens und markiert zugleich die erste vollständige Präsentation der Serie in Großbritannien.
Nan Goldin beschrieb ihre wegweisende Serie The Ballad of Sexual Dependency, einmal als „das Tagebuch, das ich die Menschen lesen lasse“. Gefeiert als eines der einflussreichsten Werkensembles des Jahrhunderts, nimmt die Serie uns mit auf eine kulturelle Reise in die Punk-Boheme des East Village – in Hinterzimmer von Bars, leere Betten, schummrige Badezimmer und rauchgeschwängerte Clubs. In ihren eigenen Worten hielt sie fest, „wie meine Welt genau aussieht, ohne Glamourisierung, ohne Verklärung“.
In London dreht Gagosian die Zeit zurück und führt uns in Goldins New York. Ab dem 13. Januar 2026 zeigt der Standort der Galerie in der Davies Street alle 126 Fotografien aus The Ballad, und damit erstmals die vollständige Präsentation der Serie in Großbritannien. Die Ausstellung fällt mit dem 40. Jubiläum ihrer ursprünglichen Veröffentlichung bei Aperture zusammen – ein Moment, der, so die Künstlerin, „[bestätigt], dass die Sehnsucht nach Veränderung und die Schwierigkeit von Nähe und Paarbeziehungen unserer Welt noch immer eingeschrieben sind“.
Entstanden zwischen 1973 und 1986, entfaltet die Serie eine präzise Studie über Geschlecht, Macht und Intimität, die sich auch vier Jahrzehnte später noch absolut lebendig anfühlt. Als kompromisslos intime Chronik einer Gemeinschaft bemerkte Goldin: „Ich suche mir keine Menschen aus, um sie zu fotografieren; ich fotografiere direkt aus meinem Leben. Diese Bilder entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtung. Sie sind eine Einladung in meine Welt, doch inzwischen sind sie zu einem Zeugnis der verlorenen Generation geworden.“
Formal wagemutig und farblich radikal, The Ballad festigte Goldins Position an der Spitze, indem sie die Fotografie aus den Randzonen in das Zentrum des zeitgenössischen Kunstdiskurses katapultierte. Laut Gagosian zugleich „Manifest und Eröffnungssalve“, markierte die Serie den Auftakt einer jahrzehntelangen Karriere, die die Ausdrucksmöglichkeiten des fotografischen Bildes grundlegend veränderte.
Für alle in London ist Goldins kommende Ausstellung bei Gagosian vom 13. Januar bis 21. März 2026 in der Davies-Street-Galerie zu sehen. The Ballad, in ihrer ursprünglichen Diashow-Form, ist parallel in Mailand zu sehen als Teil von This Will Not End Well, einer großen Retrospektive zu Goldins Bewegtbild-Arbeiten im Pirelli HangarBicocca.
Gagosian Davies Street
17–19 Davies Street,
London W1K 3DE



















