Cole Buxton nimmt Golf richtig ernst
Warum die erste Golfkollektion der Londoner Brand ganz auf Performance, Heritage und Community setzt.
Fragt man den durchschnittlichen Cole‑Buxton-Fan, wie eine Ready-to-wear-Linie für den Golfplatz aussehen könnte, würde wohl kaum jemand so etwas erwarten. 2014 gegründet, ist die britische Marke aus Londons überfüllter Streetwear-Szene hervorgegangen – mit schweren Hoodies, Sweatpants und Mohair-Knit, die gleichermaßen von Fußballern und Fashion-Insidern getragen wurden. Ein paar Jahre später haben Mitgründer Jonny Wilson und sein Partner Cole Buxton geholfen, UVU, eine Performance-Running-Brand, zu launchen, die aus demselben Ethos von Sport und Kultur entstanden ist.
Angesichts des kulturellen Running-Booms der letzten Jahre hätte man leicht annehmen können, Golf sei einfach der nächste logische Schritt. Doch Cole Buxton Golf ist keine Reaktion auf die neu entfachte Popularität des Sports. Wilson ist wirklich tief in das Spiel eingetaucht und hat in London eine eingeschworene Community aus Kreativen und Athlet:innen gefunden, die seine Obsession teilen.
„Ich glaube, wir müssen das hier sehr klar sagen: Das ist kein Hobby, Jungs.“
Doch das ist nicht einfach eine weitere Streetwear-Brand, die sich mal eben an Golf versucht. Die Kollektion ist so designt, dass sie sich mühelos in traditionellen Umfeldern bewegt. Polos sind lang genug geschnitten, um sie in die Hose zu stecken, und bestehen aus funktionalem Coolmax-Material. Hosen kommen in maßgeschneiderten Silhouetten (in „Tour“- und „Classic“-Fits), während Strick auf feine Merinowolle setzt. Sogar die croc-geprägten italienischen Ledergürtel stehen für Anspruch, nicht für Ironie.
Wir haben mit Jonny Wilson gesprochen, um mehr über die neue Linie zu erfahren – und darüber, wie er Cole Buxton Golf in einem Markt verortet, der von lifestylegetriebenen Golfbrands übersättigt ist.
Ihr habt Running mit UVU als eigene Welt gedacht. Siehst du Cole Buxton Golf auf ähnliche Weise – oder eher als Erweiterung des Cole‑Buxton‑Universums statt als eigenständige Performance-Brand?
Ich glaube, wir müssen das hier sehr klar sagen: Das ist kein Hobby, Jungs. Cole Buxton Golf ist nicht einfach eine Erweiterung oder ein Side Project der Mainline, das uns hilft, die Zeit auf dem Platz an einem gelegentlichen Freitagnachmittag zu rechtfertigen. Cole Buxton Golf ist unser Golf-Universum – so wie UVU unser Running-Universum ist.
Wenn du dir jemanden vorstellst, der Cole Buxton Golf trägt – wer ist diese Person? In erster Linie Golfer:in oder jemand, der über Stil, Sport und Community zum Spiel kommt?
Unsere Muse, unser Wunschkunde, ist nicht jemand, der am Rand der Golfwelt steht; wir wollen die Hingebungsvollen, die Besessenen. Und ehrlich gesagt trifft das auf die meisten zu, die diesen Sport spielen. Seit ich angefangen habe, habe ich so viele Menschen kennengelernt und Freund:innen auf der ganzen Welt gefunden – Menschen, denen ich nur begegnet wäre, weil wir die Liebe zu diesem Sport teilen. Diese Brand soll uns dabei helfen, eine globale Community von Menschen zu schaffen, die nicht nur dieselbe Liebe zu Golf teilen, sondern auch dazu, wie sie sich on und off the course kleiden.
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Visuell wirkt die Golf-Linie im Vergleich zu einigen eurer anderen Kollektionen zurückhaltender und klassischer. Wie seid ihr daran herangegangen, Heritage-Codes mit einer modernen Cole‑Buxton-Perspektive in Balance zu bringen?
„Zurückhaltend“ wäre nicht das Wort, das ich verwenden würde. Ich würde sagen, wir begegnen dem Heritage, das Golf umgibt – und besonders der Kleidung – mit Respekt. Was ich in der Golfmode-Industrie sehe, in die wir eintreten, ist ein Trend, bei dem viele Marken Kleidung machen wollen, die fast anti-golf ist und genau die Säulen wegnimmt, auf denen wir stehen wollen. Sie ist weder smart noch formell, bietet keine Performance und verortet sich eher in der Streetwear-Kategorie als im stilvollen Umfeld eines Clubhauses.
Cole Buxton Golf ist unsere Perspektive darauf, was Golfmode verkörpern sollte. Visuell ist es ein Clash aller Epochen: dieses Foto von Ben Hogan und Arnold Palmer, wie sie am Tee-Box bei den Masters Zigaretten wegziehen, Tigers unterschiedliche Looks von 1999–2001, die nur so vor Power und Dominanz strotzen, oder Adam Scott in Burberry – pure Klasse. Das ist das Bild, das ich dir zeichne.
Welches Detail oder welche Entscheidung im Produkt-Portfolio fängt am besten ein, was diese Linie sein soll?
Wenn mich Leute im letzten Jahr gefragt haben: „Was macht ihr da, wie wird das aussehen?“, hatte ich definitiv das Gefühl, sie hätten etwas anderes erwartet als das, was wir jetzt machen. Am einfachsten lässt es sich so definieren: Es ist eine traditionelle Golfbrand – betrachtet durch eine moderne Linse. Eine Cole‑Buxton‑Linse, um genau zu sein. Es gibt bestimmte Design-Signaturen, die es eindeutig CB machen, seien es spezielle Merino-Garne, die wir für den Strick sourcen, das dezente Branding oder die luxuriösen Details wie die Ledergürtel.
Ich glaube, was man an unserer Brand-Familie gut erkennen kann, ist: Wir gehen immer all in, tauchen komplett ein und nehmen unsere Community mit auf diese Reise. Der Blueprint bleibt derselbe.


















