Claire Tabouret enthüllt Entwürfe für Notre-Dames neue Buntglasfenster
Im Grand Palais zu sehen als Teil ihrer neuen Einzelausstellung „In a Single Breath“.
Zusammenfassung
- Claire Tabouret präsentiert erstmals ihre Fensterentwürfe für die Kathedrale Notre-Dame in Paris
- Die Modelle im Originalmaßstab sind noch bis zum 15. März im Grand Palais zu sehen – ergänzt um exklusive Einblicke in vorbereitende Materialien.
Die französische Künstlerin Claire Tabouret hat ihre Entwürfe für die neuen Buntglasfenster der Kathedrale Notre-Dame vorgestellt. Die Tintenzeichnungen im Originalmaßstab sind im Pariser Grand Palais im Rahmen ihrer neuen Einzelausstellung zu sehen,In a Single Breath. Neben den Modellen im Originalmaßstab zeigt die Ausstellung Skizzen und weitere vorbereitende Arbeiten für die Fenster und beschwört die Atmosphäre der legendären Werkstatt Simon-Marq herauf, in der die Fenster derzeit gefertigt werden.
Ihre Entwürfe werden sechs Joche entlang des südlichen Seitenschiffs des Langhauses füllen und damit die monochromen Fenster aus dem 19. Jahrhundert ersetzen, die von den Architekten Eugène Viollet-le-Duc und Jean-Baptiste Lassus in Auftrag gegeben wurden. Da die ursprünglichen Fenster beim Brand von 2019 nicht beschädigt wurden, haben die neuen Aufträge eine Debatte unter Historiker:innen und Denkmalschützer:innen ausgelöst, die argumentieren, dieser Eingriff stelle die geltenden Richtlinien zum Kulturerhalt infrage.
„Jedes Mal, wenn es einen neuen künstlerischen Eingriff in einem historischen Teil von Paris gibt, entsteht eine Kontroverse – und es ist spannend, Teil dieser Geschichte zu sein“, sagte Tabouret derArt Newspaper als Reaktion. „Veränderung sollte mit Bedacht geschehen, und dieses Projekt ist sehr behutsam, sehr sanft, sehr harmonisch.“
Die in Los Angeles lebende Künstlerin, die in den vergangenen zehn Jahren einen kometenhaften Aufstieg in der Kunstwelt erlebt hat, wurde im Dezember 2024 als Gewinnerin eines vom französischen Kulturministerium ausgeschriebenen Wettbewerbs ausgewählt. Über 100 teilnehmende Künstler:innen waren aufgefordert, zeitgenössische Neuentwürfe der Fenster zu entwickeln – basierend auf dem vorgegebenen Thema: die Pfingstgeschichte, in der der Heilige Geist bei einer großen Versammlung erscheint und jede Seele erfüllt. „Ich bin nicht religiös, aber es ist eine Geschichte über Gemeinschaft und Feierlichkeit“, so Tabouret.
Indem sie auf Viollet-le-Ducs ursprüngliche Ornamentik anspielt und zugleich expressive Figuren der Jünger sowie üppige, grüne Szenerien einführt, schlagen Tabourets Entwürfe ein neues Kapitel für die Kathedrale auf – getragen von einem Dialog über die Epochen hinweg. Die französische Institution hat zudem einen begleitendenKatalog, der den künstlerischen Entstehungsprozess der Fenster vertieft beleuchtet.
In a Single Breath ist noch bis zum 15. März in Paris zu sehen.
Grand Palais
25 Avenue du Général Eisenhower,
75008 Paris



















