Met Gala 2026: „Costume Art“ – das Motto erklärt

Mit dem Ziel, den bekleideten Körper als roten Faden der Kunstgeschichte zu zeigen, ist „Costume Art“ eher ein philosophisches Plädoyer für „Mode als Kunst“ als eine ästhetische Kategorie.

Mode
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Das Costume Institute des Met hat seine Ausstellung 2026 und das Met-Gala-Motto „Costume Art“ angekündigt – zugleich ein Aufruf, Mode als zentrale Ausdrucksform in der Kunst anzuerkennen, und eine Würdigung der bevorstehenden Eröffnung der Condé M. Nast Galleries des Museums.

Die Met Gala 2026 am 4. Mai ist noch Monate entfernt; Co-Chairs und Mitglieder des Host Committee sind zwar noch nicht bekanntgegeben, die thematische Ausrichtung der Ausstellung hingegen schon. Das Motto, das bewusst auf den traditionellen Doppelpunkt und einen Untertitel verzichtet, vertritt nicht nur die These, dass Mode Kunst ist, sondern auch, dass Mode als Medium eine ureigene Verbindung zum menschlichen Körper besitzt.

Das zweiteilige Motto „Costume Art“ hat zudem eine historische Bedeutung in der frühen Geschichte des Costume Institute. Das „Museum of Costume Art“ war eine eigenständige Institution, 1937 gegründet, bevor es 1946 in das Met eingegliedert und umbenannt wurde. Obwohl Mode seither im Met fest verankert ist, hält sich in der Kunstwelt bis heute die Vorstellung, sie sei der Malerei und Skulptur unterlegen.

Die Ausstellung will Mode auf Augenhöhe bringen, ohne die Bedeutung der leiblichen Erfahrung zu schmälern. Kurator Andrew Bolton erklärte in einem offiziellen Statement: „Ich wollte die Zentralität des bekleideten Körpers im Museum in den Fokus rücken und künstlerische Darstellungen des Körpers mit Mode als verkörperter Kunstform verbinden.“

Um zu zeigen, dass Mode und Körper tatsächlich ein zentraler roter Faden durch die Sammlungen des Met sind, präsentiert die kommende Ausstellung rund 200 Bestandswerke des Met neben Kleidern und Accessoires – sowohl zeitgenössisch als auch historisch. Darüber hinaus wird die Schau thematisch gegliedert, darunter „Naked Body“, „Classical Body“, „Ageing Body“, „Anatomical Body“ und „Pregnant Body“, um die nuancierten Formen zu beleuchten, in denen sich Mode manifestiert – als Spiegel kultureller wie individueller Erfahrungen.

„Anstatt die reine Visualität von Mode in den Vordergrund zu stellen – was oft zulasten des Körperlichen geht –, rückt ‚Costume Art‘ ihre Materialität und die untrennbare Verbindung zwischen unseren Körpern und den Kleidern, die wir tragen, ins Zentrum“, fügte Bolton hinzu.

Was könnte man also auf der Ausstellungsfläche sehen? Die Vorschau zeigt ein amorphes Comme-des-Garçons-Kleid aus FW17–18 von Rei Kawakubo neben „La Poupée“ von Hans Bellmer, um 1936. Andernorts wird ein Givenchy-Kleid aus FW10 von Riccardo Tisci neben Illustrationen aus der Meiji-Zeit von Kawanabe Kyōsai präsentiert.

Neben der Ausstellung selbst stellt die Eröffnung der Condé M. Nast Galleries einen bedeutenden Meilenstein für das Met dar – und für die wachsende Rolle der Mode bei der Definition von Kultur und der Bewahrung von Geschichte. Auf rund 11.500 Quadratfuß, dort, wo einst der Museumsshop in der Great Hall untergebracht war, werden die Galerien die Essenz von „Costume Art“ noch lange nach der Gala 2026 weitertragen – mit künftigen Ausstellungen, die sich der Schnittstelle von Kunst und Mode widmen.

Während andere Motti gezielt bestimmte Kulturen oder Traditionen in den Blick nahmen – etwa 2015 mit „China: Through the Looking Glass“ oder 2018 mit „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ –, ist das übergreifende Thema 2026 deutlich breiter angelegt, auch wenn das Met anmerkt, der Schwerpunkt werde auf „westlicher Kunst von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart“ liegen.

Im vergangenen Jahr arbeitete Bolton mit Gastkuratorin Monica Miller (Autorin von Slaves to Fashion: Black Dandyism and the Styling of Black Diasporic Identity) zusammen, um Superfine: Tailoring Black Style zu kuratieren. Indem das wirkungsmächtige Erbe des Black Dandyism in Maßschneiderei und Herrenmode vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart beleuchtet wurde, war dies das erste Met-Gala-Motto, das sich auf schwarze Kultur konzentrierte.

Im Laufe der Jahre hat sich ein Großteil des Hypes rund um die Met Gala darauf verlagert, wie Designer das Thema des Abends über ihre Stargäste interpretieren. Bei einem weiter gefassten Motto werden Designer den Dresscode zweifellos auf unzählige Arten auslegen. Der Verzicht auf einen Untertitel – wie im Vorjahr, das Tailoring in den Mittelpunkt rückte – begünstigt zudem eine breitere Palette an Konzepten.

Zudem wird die Met Gala 2026 angesichts einer ungewöhnlich hohen Zahl an Creative-Director-Ernennungen in der Luxuswelt – von Jonathan Anderson bei Dior bis Matthieu Blazy bei Chanel – viele gespannte Blicke auf sich ziehen: In der Luft liegt die Hoffnung, Met‑Gala‑Debüts von Designerinnen und Designern unter neuen Maisons zu erleben.

„Costume Art“ könnte für reichlich kreative kunsthistorische Referenzen auf den Stufen des Met sorgen: Atleins surreale Draperie könnte an griechische Marmorfiguren erinnern, oder Duran Lantinks anatomisches Trompe-l’œil für Jean Paul Gaultier den Naked Body evozieren. Der Fokus auf den Begriff „Kunst“ an sich lädt zudem zu höchster Handwerkskunst und ausgefallenen Silhouetten ein – immer ein Plus fürs Spektakel.

Je näher der 4. Mai 2026 rückt, desto mehr Details – darunter das Host Committee – sind in den kommenden Monaten zu erwarten. Bleiben Sie bei Hypebeast dran für Updates zur Met Gala 2026.

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