Gemälde von Gustav Klimt für 236 Mio. USD wird zum zweitteuersten Kunstwerk aller Zeiten
Plus weitere Highlights von der umsatzstärksten Auktionsnacht in der Geschichte von Sotheby’s.
Zusammenfassung
- Gustav Klimts „Portrait of Elisabeth Lederer“ (1914–16) wurde bei Sotheby’s erster Breuer-Building-Auktion für 236,4 Millionen USD verkauft und schrieb Geschichte als das zweitteuerste Kunstwerk aller Zeiten – und als das teuerste moderne Werk, das je bei einer Auktion zugeschlagen wurde.
- Mit einem Gesamtvolumen von 706 Millionen USD verzeichnete die zweiteilige Auktion den höchsten Abendumsatz in der Geschichte des Hauses.
Sotheby’s weiht seinen neuen New Yorker Hauptsitz im Breuer Building mit einem rekordträchtigen Debüt ein: Die Auktion erzielte den höchsten Abendgesamtumsatz in der Geschichte des Unternehmens. Mit beeindruckenden 706 Millionen USD – mehr als dem Doppelten der Summe vergleichbarer Sales im vergangenen Jahr – signalisiert die Versteigerung neuen Auftrieb in einem zuvor schrumpfenden Kunstmarkt.
Im Mittelpunkt der Auktion stand Gustav Klimts knapp zwei Meter hohes „Portrait of Elisabeth Lederer“ (1914–16), das sich nach einem 20-minütigen Bieterduell die Titel des zweitteuersten Gemäldes und des teuersten Werks der modernen Kunst sicherte, das je versteigert wurde. Mit einem Zuschlagspreis von 236,4 Millionen USD übertraf es die Schätzung von 150 Millionen USD deutlich; das Werk rangiert nun direkt hinter Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“, der 2017 bei Christie’s 450,3 Millionen USD erzielte.
Das fast zwei Meter hohe Gemälde zeigt Lederer, eine junge österreichische Erbin und Tochter eines von Klimts wichtigsten Mäzenen, und gilt als eines der raffiniertesten späten Porträts des Künstlers. Neben seiner kompositorischen Brillanz trägt das Werk eine bewegte Geschichte in sich: Es wurde nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 restituiert und 1945 beim Brand von Schloss Immendorf verschont, bei dem mehrere Klimt-Meisterwerke zerstört wurden.
Neben dem Lederer-Porträt sorgten beim anschließenden Now & Contemporary Sale des Abends vor allem „High Society (1997–8)“ für Schlagzeilen: Das Werk brach mit 9,8 Millionen USD einen neuen Rekord für die britische Malerin Cecily Brown. Das Hauptwerk „Crowns (Peso Neto)“ (1981) von Jean-Michel Basquiat, das in der ersten New Yorker Soloausstellung des Künstlers zu sehen gewesen war, wurde für eindrucksvolle 48,3 Millionen USD verkauft und markierte ein denkwürdiges Auktionsdebüt.
In einem weiteren aufsehenerregenden Moment wechselte Maurizio Cattelans berüchtigte Toilette aus 18-karätigem Gold, „America“, mit einem einzigen Gebot für 12,1 Millionen USD den Besitzer – nur geringfügig über dem reinen Goldwert der Skulptur. Im Vorfeld der Auktion war das Werk in einem Waschraum im Inneren des Breuer Building installiert worden, wo Besucher:innen es einzeln besichtigen konnten; anders als bei früheren Installationen blieb es jedoch strikt von der Nutzung ausgeschlossen. Cattelan beschrieb die Skulptur als „einen Kurzschluss zwischen dem alltäglichsten Objekt und dem symbolträchtigsten Material für Macht und Begierde“. Die Mischung aus kunsthistorischer Gravitas und unvergleichlicher Schauwirkung an diesem Abend stärkte das Vertrauen der Sammler:innen – und sorgte für eine unvergessliche Einweihung des neuen Hauses.

















