Valentino SS26: Micheles „Fireflies“ strahlen in der dunkelsten Stunde
Alessandro Michele beschwört eine Metapher von Pier Paolo Pasolini: ein Sinnbild für die Widerstandskraft der Hoffnung in der Dunkelheit.
Zusammenfassung
- Micheles Valentino-SS26-Kollektion mit dem Titel „Fireflies“ verwebt Pailletten und leichte Stoffe, um Hoffnung und Widerstand gegen die Dunkelheit zu symbolisieren – inspiriert von Pasolinis Metapher.
- Die Kollektion stellt traditionelle Modenormen in Frage, verschmilzt maskuline und feminine Silhouetten und nutzt unkonventionelle Materialien, um eine „verkörperte Poesie“ spürbar zu machen.
Alessandro Micheles Valentino SS26 war im wahrsten Sinne des Wortes ein funkelndes Spektakel – eine Co-Ed-Runway-Show, durchwebt von Gold- und Silberpailletten, blühenden Floralmotiven und seidiger Drapierung. Fernab von leerem Glamour transportierte die Kollektion tiefere Empfindungen des exzentrischen Kreativdirektors, der die Show mit einer ausführlichen Notiz einleitete, in der er den Titel „Fireflies“ erklärte.
Michele ist bekannt für seine laute Ästhetik – eine kühne Sinfonie aus leuchtenden Farben, kitschigen Mustern und opulenten Besätzen –, doch seine Worte sind oft ebenso pointiert. Im Einklang mit seinem Ruf für trotzige Ausdruckskraft verweist er in dieser Saison auf Pier Paolo Pasolinis Metapher des Glühwürmchens, die „die Fähigkeit, der dunkelsten Nacht zu widerstehen“ und „die Dunkelheit des herrschenden Faschismus zu überleben“ symbolisiert.
Er übersetzt die „irrlichternden Lumineszenzen, pulsierend vor Leben“, und ihre „intermittierenden Fragmente verkörperter Poesie“ in Kleidung. Opulente Blusen sind entweder transparent, um Haut aufblitzen zu lassen, mit fröhlichen Prints gemustert oder vollständig mit glänzenden Pailletten besetzt. Ein Flapper-Kleid mit Spaghettiträgern war mit Chrom-Pailletten überzogen, an der Taille mit Glühwürmchen-Stickerei. An anderer Stelle war ein vollkommen transparentes Kleid mit nichts als einer goldenen Pailletten-Schlange geschmückt, die sich um Rock und Oberteil wand. Herrenblazer „verkörperten Poesie“ durch dauerhaft eingeprägte Faltlinien, während die Jacken andernorts mit einer subtilen Sanduhrsilhouette feminisiert wurden.
Codes der Herrenmode werden durchgängig subvertiert: Subtilität weicht Ausdruck, strukturelle Askese organischer Fluidität. Gegen Ende der Präsentation ist ein Sakko vollständig von goldenen Schuppen überzogen, gesprenkelt mit kugelartigen Motiven und getragen zu einer schwarzen, floralen Spitzenweste. Anderswo dominiert bei einem drapierten, mintfarbenen Langarmhemd ein wasserfallartiger Ausschnitt – wie in griechischem Marmor gemeißelt. Die oxidierte Kupfer-Nuance und die monumentale Draperie lassen unweigerlich an New Yorks Lady Liberty denken, die mit erhobener Fackel die Dunkelheit erhellt.
Werfen Sie oben einen Blick in die Galerie für den kompletten Überblick über die Valentino-SS26-Runway-Show – und bleiben Sie bei Hypebeast für die neuesten Einblicke der Paris Fashion Week dran.



















