Robert De Niro und Al Pacino glänzen in der neuesten Moncler-Kampagne

Unter dem Titel “Warmer Together” wurde sie vom legendären Porträtfotografen Platon fotografiert, der außerdem eine Reihe von Kurzfilmen mit den beiden Filmikonen inszenierte.

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Es kommt nicht oft vor, dass zwei der größten Filmlegenden aller Zeiten gleichzeitig auf der Leinwand erscheinen. Tatsächlich kann man, wenn es um Robert De Niro und Al Pacino geht, die Filme, in denen beide gemeinsam auftreten, an einer Hand abzählen – The Godfather Part II (1974), Heat (1995), Righteous Kill (2008), und The Irishman (2019) – und es bliebe sogar noch ein Finger übrig.

Bühne frei für Monclers neueste Kampagne: Warmer Together – technisch gesehen das fünfte Mal, dass das Duo gemeinsam vor der Kamera erscheint, offiziell jedoch „ihre allererste gemeinsame Kampagne“. Und sollten Monclers Jacken allein noch nicht warm genug sein, übernimmt das garantiert die Chemie zwischen De Niro und Pacino: Ihre jahrzehntelange Freundschaft strahlt in den Stills wie in den Kurzfilmen, die die Kampagne ausmachen, bis durch den Bildschirm.

In die Riege von Coppola, Mann, Avnet und Scorsese – den Regisseuren der genannten Filme, die die seltene Ehre hatten, das Duo De Niro–Pacino zu inszenieren – reiht sich nun Platon ein, der britische Fotograf, bekannt für seine ikonischen, epochendefinierenden Porträts von Staats- und Regierungschefs. „Ich glaube, ich habe inzwischen mehr Staats- und Regierungschefs fotografiert als irgendwer zuvor“, sagt er zu Hypebeast und fügt hinzu: „Aber es war eine große Ehre, die beiden zu inszenieren.“

Im Studio von Platon in New York aufgenommen, zeigt die Kampagne Bob und Al so vertraut vor der Kamera wie selten zuvor. In Platons unverwechselbarem Stil eingefangen, ist das Ergebnis eine Serie markanter Monochrom-Porträts, begleitet von einer Reihe kurzer Filme – eine von Moncler als „cinematischer Ausdruck von Freundschaft, Verbundenheit und menschlicher Wärme“ zwischen „zwei Freunden fürs Leben“ beschriebene Arbeit.

Man könnte Warmer Together als kleinen Bruch mit Platons sonstiger Arbeit betrachten. Der Künstler hat schon alle fotografiert – von Obama bis Gaddafi,

Für Platon – der von Colonel Gaddafi bis Präsident Obama so gut wie jeden vor der Linse hatte – Warmer Together mag einerseits wie ein Bruch mit seiner üblichen Arbeit wirken. Andererseits: Für einen Künstler, dessen Linse auf die „menschliche Verfasstheit“ und die menschliche Verbindung“ – Formulierungen, die er im Gespräch mit Hypebeast mehrfach wiederholte –, war es schlicht ein weiterer Tag im Studio.

Hypebeast sprach mit Platon vor dem Launch von Monclers neuer Warmer Together Kampagne. Er sprach über sein Handwerk und darüber, wie es ist, mit Größen wie De Niro und Pacino zu arbeiten, gab zudem Tipps für aufstrebende Fotograf:innen und erzählte amüsante Anekdoten vom Set. Mehr dazu unten…

Du hast viele Größen fotografiert. War es anders, zwei gleichzeitig zu fotografieren – Bob De Niro und Al Pacino –, die obendrein sehr gute Freunde sind?

Nun, ich habe mit beiden schon zuvor gearbeitet. Mit Pacino habe ich tatsächlich vor etwa 25 Jahren zum ersten Mal gearbeitet. Jedes Mal, wenn wir zusammenarbeiten, markiert das die Zeit: Er wurde älter, ich wurde älter – und bei De Niro genauso. Ich hatte in der Vergangenheit sehr magische Momente mit ihnen, aber sie beide auf diese Weise zusammenzubringen, war unglaublich. Und was die Filmseite [der Kampagne] angeht, war es eine große Ehre, bei den beiden Regie zu führen. Ich meine, Pacino und De Niro gemeinsam zu inszenieren … das haben in der Geschichte nicht viele getan. Und für einen Fotografen so etwas zu tun, war eine sehr, sehr demütige Erfahrung. Das Erstaunliche ist jedoch: Ich habe immer versucht, von meinen Porträtierten zu lernen. Immer. Wenn man magische Zeit mit Menschen verbringt, muss man jedes Mal mit einem erweiterten Verständnis der menschlichen Verfasstheit herausgehen – und genau das prägt meine Bilder.

In den Stills spürt man echte Freundschaft – man merkt, dass diese beiden Männer großen Respekt füreinander haben und befreundet sind. Zugleich schwingt in den Fotos auch eine spürbare Verspieltheit mit.

Sie sind als Persönlichkeiten sehr verschieden. Und das ist nur mein Eindruck, aber Bob ist so etwas wie ein Meister der Konzentration. Er hört die sprichwörtliche Stecknadel fallen – und wenn du mitten in etwas bist, schaut er auf und gibt jemandem diesen Blick, den niemand bekommen möchte, weil jemand sein Handy angelassen hat oder so. Und das liegt nicht daran, dass er schwierig wäre; er hat diese stille Art, ist bei der ersten Begegnung eher reserviert, aber mit seiner Konzentration beherrscht er den Raum. Eine derart professionelle Konzentration habe ich noch nie zuvor erlebt. Al ist deutlich extrovertierter, offener, emotionaler. Er jubelt laut vor Freude oder wird frustriert – und zeigt das. Du hast also zwei sehr unterschiedliche Charaktere, und sie zusammenzubringen, ist wirklich spannend. So bekommst du nicht nur Freunde zu sehen, sondern zwei sehr verschiedene Menschen, die sich in der Mitte treffen. An einer Stelle bat ich sie, sich für ein Foto zu umarmen – und die Umarmung einen Moment zu halten. Mit Blick auf ihre italienischen Wurzeln: Mediterrane Männer umarmen sich oft. Und während sie sich umarmten, konnte ich sehen, wie Al und Bob sich heimlich unter den Armen kitzelten! Das erzeugte einen Moment des Lachens, der wirklich, wirklich süß war. So haben wir das Schelmische, das Verspielte eingefangen. Ich weiß, beide haben oft ziemlich einschüchternde Figuren gespielt, aber als Menschen hat ihre Freundschaft die Verspieltheit und Menschlichkeit in ihnen hervorgebracht. Es ist entweder zärtlich und philosophisch oder frech und spielerisch – und sie foppen einander. Ich fand, das war eine sehr schöne Art, Freundschaft in dieser Kampagne zu zeigen.

Als Porträtfotograf – wie bewahrst du die Ehrlichkeit eines Bildes im Jahr 2025?

Das ist eine wirklich große Frage, und sie verdient eine große Antwort. Ich denke viel darüber nach und beginne zu begreifen, dass das Wichtigste für uns alle ist, neugieriger zu sein und weniger zu urteilen. Als Porträtfotograf geht es nicht um die Fotografie – das ist ehrlich gesagt langweilig, eine technische Übung. Das Wichtigste ist deine Fähigkeit, mit Menschen in Verbindung zu treten und eine Erfahrung zu teilen. In manchen Fällen bin ich mit meinen Motiven nicht einer Meinung. Tatsächlich habe ich die meisten Diktatoren der Welt fotografiert, und da gibt es vieles, dem ich grundlegend widerspreche. Aber wenn du urteilst, schrumpft deine Fähigkeit zu beobachten und zu entdecken – du fällst Urteile und verengst deine Bandbreite; bist du neugierig, weitet sie sich. Also habe ich gelernt, nicht zu urteilen. Es steht mir nicht zu. Das ist Sache der Geschichte. Sei offen, sei neugierig aufeinander, leg das Urteil beiseite – und du wirst mehr über die Welt entdecken, in der du lebst. Das ist der Punkt, an dem ich inzwischen angekommen bin.

Deine Arbeit bewegt sich in vielerlei Hinsicht am Schnittpunkt von Macht und Menschlichkeit. Wie navigierst du diese Spannung? Und war es in einem eher kulturellen, Modekontext wie in dieser Kampagne anders?

Macht interessiert mich sehr. Und ich frage mich oft: Enthüllt Macht, wer wir wirklich sind, oder verzerrt und korrumpiert sie uns, je mehr wir sie erlangen? Ich vermute, beides. Ich glaube, ich habe inzwischen mehr Staats- und Regierungschefs fotografiert als irgendwer in der Geschichte, und ich habe diesen kleinen Hocker – meine kleine Apple Box, auf die sich alle setzen –, auf dem mehr Staats- und Regierungschefs saßen als auf jedem Stuhl der Geschichte. Das hat mir jemand bei den Vereinten Nationen erzählt.Sogar Muhammad Ali saß darauf, weißt du. Interessant ist: Es ist nur eine Kiste. Einerseits ist die Kiste irgendwie bedeutungslos. Andererseits ist sie ein Symbol für Macht. Darin liegt eine Art Demokratie. Normalerweise arbeite ich sehr intim:Menschen kommen in mein New Yorker Studio, es ist sehr ruhig, sehr respektvoll. Mein kleines Team und ich halten es bewusst bescheiden, weil ich diese Intimität will. Nun, bei diesem Shoot waren so zwei- bis dreihundert Leute am Set – das größte Set, auf dem ich je war, glaube ich, weil auch die Film-Crew dabei war. Das Ganze war also ein bisschen überwältigend. Selbst für Bob und Al – beide sagten beim Betreten des Sets: „Wer sind all diese Leute?“ Es war riesig, aber auch in so einem Umfeld blühe ich auf. Ich muss sehr hart daran arbeiten, dass all diese Projektion von Macht und Erfolg und die Menge an Menschen das Intime und Menschliche der Arbeit nicht überlagert. Wenn der Moment am Set kommt und ich filme, spreche ich mit ihnen – ich fange ihr Wesen ein. Das musst du schützen. Menschliche Authentizität zu bewahren, ist enorm schwer – gerade, wenn wir alle abgelenkt sind.

Wie findest du in so einem Umfeld einen echten Moment von Intimität?

Das ist tatsächlich mein Job – mich auf die Frequenz eines Menschen einzustellen, wie bei einem alten Radio, ganz konzentriert, bis ich seinen Sender finde. Und wenn du diesen Sender findest, ist das die schönste Erfahrung. Sich auf jemandes Menschlichkeit einzustellen und zu entdecken, wer diese Person wirklich ist – das erfordert enorme Konzentration. Genau das habe ich bei diesem Shoot getan.

Worauf achtest du als Erstes, wenn jemand den Raum betritt?

Du musst den Raum sehr, sehr gut lesen. Die Zeit vor einem Shoot ist für mich eine ziemlich unangenehme Phase. Ich werde sehr einsam. Ich muss meine Konzentrations- und Beobachtungsfähigkeit hochfahren. Es gibt viel Lärm und Ablenkung, die ich zu beruhigen versuche. Es ist sehr ähnlich wie bei Athlet:innen. Wenn du siehst, wie sich eine Athletin oder ein Athlet vor einem 100‑Meter‑Lauf bei den Olympischen Spielen vorbereitet – was geht da vor? Und wenn du dich auf ein Interview vorbereitest, fokussierst du ja auch deinen Kopf, damit du im Moment des Starts im Tunnel bist. Es ist also … sportlich, aber im Kopf. Darum geht es.

Wie viel ist Instinkt, wie viel Vorbereitung?

Nun, es gibt viel Vorbereitung, aber sie ist rein mental. Nichts Physisches. Ich habe keine Sets – nur einen weißen Hintergrund, ein Licht und eine Apple Box. Keine Vorhänge, keine großen Stühle oder Sessel, um Stimmung zu erzeugen. Alles kommt von meinem Gegenüber. Und natürlich kenne ich mein Gegenüber im Vorfeld nicht, also weiß ich nicht, welche Energie es mitbringt. Selbst wenn ich jemanden kenne und schon mehrfach fotografiert habe, ist jedes Mal anders, weil du die Tagesstimmung nicht kennst. Du musst die menschliche Verfasstheit sehr respektieren – du weißt nicht, was jemand gerade erlebt hat. Ich erinnere mich an die Arbeit mit Heath Ledger; er wirkte so distanziert. Ein sehr lieber Kerl, aber sehr weit weg und schwer zu erreichen. Ich wusste damals natürlich nicht warum, aber ein paar Monate später ist er gestorben. Danach habe ich verstanden, dass er ein gequälter Mensch war, der damals mit seinem Leben rang – mit der Idee von Ruhm, Erfolg und Verantwortung – und wirklich kämpfte. Jede Person bringt eine andere emotionale Geschichte mit. Und das ist das Faszinierende an meinem Job: Jedes Mal ist es eine andere Erfahrung. Das finale Bild dauert 1/500 Sekunde. Die Aufnahmen von Al und Bob sind nur ein Wimpernschlag – und wenn es gelingt, zählt genau dieses Fragment der Sekunde.

Hat sich deine Vorstellung davon, was ein großartiges Porträt ausmacht, im Laufe der Jahre verändert?

Weißt du, als ich jünger war, war alles Instinkt – ich spürte einfach: Das fühlt sich richtig an. Mit den Jahren habe ich begonnen zu verstehen, warum der Moment richtig ist. Aber verändert hat sich das nicht, mein Instinkt ist derselbe. Jeder Mensch hat diesen Moment, in dem er, wenn man mit ihm spricht, etwas Magisches von sich preisgibt. Als ich jünger war, zog es mich zu diesen Momenten hin, aber ich wusste nicht wirklich, warum. Egal, ob Schwarzweiß oder Farbe. Egal, welcher Beschnitt oder welche Linse. Entscheidend ist nur, dass du das Bild ansiehst und „wow“ denkst. Das lässt sich nicht designen. Dafür gibt es keine Marktforschung. Es geht um menschliche Verbindung – und wir alle erkennen sie, wenn wir sie fühlen.

Neugierig: Was steckt in deiner Kameratasche?

Ich nutze eigentlich nur zwei Objektivtypen, manchmal drei. Ein Close-up, das verrät, was in den Details des Gesichts passiert; gehst du wirklich, wirklich nah heran, siehst du, ob jemand nervös ist – ein klein wenig Spannung unter dem Auge, dein Gesicht ist ein enormer Ausdruck dessen, was in deiner Seele vorgeht. Wenn ich nah herangehe, ist das sehr intim. Ich war einmal eineinhalb Zoll von Putins Nase entfernt. Ich konnte seinen Atem auf meiner Hand spüren, während ich fokussierte. So kam ich zur Wahrheit. Weil es eine intime Situation war, vertraute er mir – und ich ihm – in diesem Moment. Dann habe ich ein weiteres, weiterwinkliges Objektiv, das etwas ganz anderes beschreibt: Körpersprache. Vergiss Worte. Wir drücken uns ständig aus – mit Mimik und Gestik –, und manchmal bewegst du dich auf interessante Weise: wie du dich lehnst, wie du dich zurücklehnst – alles, was du tust, beschreibt, wie du dich innerlich fühlst. Diese Dinge sehe ich; das ist meine Sprache, meine Grammatik, und das Weitwinkel hilft mir, dich körperlicher zu beschreiben. Das Close-up geht wirklich … in deinen Geist, in deine Seele.

Und was trägst du täglich bei dir?

[Zückt ein iPhone] Ich habe ein Telefon, das ich ständig benutze. Ich nutze es, um Notizen zu machen – keine schriftlichen, visuelle Notizen. Ich fotografiere dauernd Dinge: einen schönen Schriftzug auf einer Wand, eine Form oder einfach eine großartige Farbkombination. Früher habe ich in der U-Bahn ständig in ein kleines Heft gezeichnet – Menschen, die einschliefen, ihre Gesten. Ich bin definitiv ein Schüler der menschlichen Verfasstheit und immer noch fasziniert davon. Ich kann nicht anders, als zu sehen, wie vielleicht eine ältere Dame die Straße entlanggeht, wie sie eine Tasche in der Hand hält und ihr Körpergewicht verteilt. Das sehe ich – und ich finde es unglaublich faszinierend, manchmal wirklich schön, zu beobachten, wie jemand sich bewegt. In einer Zeit, in der wir in technologischer Ablenkung untergehen, ist es wirklich wichtig, Momente der Reflexion zu nehmen und die Welt um uns herum anzusehen. Schau hin, wie sich ein geliebter Mensch bewegt, wie er vielleicht den Abwasch macht. Nimm dir einen Moment, das zu bewundern – denn wenn diese Menschen nicht mehr da sind, kannst du es nicht mehr tun. Und du wurdest dessen beraubt, weil du dich von Textnachrichten, E-Mails und Social Media ablenken ließest. Wir alle tun das. Ich auch. Wir müssen uns das zurückerobern, die Augen und die Herzen öffnen und anfangen zu sehen, wie schön wir als Menschen sind.

Was lässt eine Fotografin oder einen Fotografen in der Smartphone-Ära herausragen?

Ich finde, Fotograf:in zu sein, ist ein Ehrenabzeichen, denn eine Fotografin – ein guter Fotograf – ist eigentlich eine kulturelle Provokateurin, ein Provokateur. Durch unsere Arbeit stoßen wir respektvolle Debatten in der Gesellschaft an. Wenn wir gut sind, halten wir der Gesellschaft einen Spiegel vor und sagen: „Das sind wir – und darüber müssen wir sprechen.“ Das ist gute Fotografie. Ich glaube, wir brauchen dringend eine neue Generation von Fotograf:innen. Die Magazinwelt, in der ich groß geworden bin, ist zusammengebrochen. Diese Ära ist vorbei, und das Spannende an der neuen ist: Der Mittelsmann existiert kaum noch. Heute kann jede:r aus dem Herzen sprechen, und wir alle haben eine Plattform, mit der wir alle erreichen können. Die Kehrseite ist natürlich, dass es jetzt Millionen, Milliarden Bildermacher:innen gibt – mehr als je zuvor. Aber wie dringst du durch den Lärm? Das liegt wirklich an dir – und heute ist es deine Stimme, die durchdringt. Das ist ein sehr demokratischer Gedanke. Ich liebe das und ich lebe das.

Welchen Rat gibst du jungen Fotograf:innen, die in einer von Algorithmen geprägten Welt ihre Stimme finden wollen?

Ich halte den Algorithmus für den Fluch unserer Generation, denn Menschlichkeit funktioniert nicht nach einem Algorithmus. Kultur wird dann wirklich aufregend, wenn jemand authentisch ist und ausdrückt, was wirklich im Herzen liegt. Denk an Van Gogh: Er hat zu Lebzeiten kein einziges Bild verkauft – war er deshalb ein miserabler Künstler? Nein. Das sagte man zwar damals, aber in Wahrheit war er seiner Zeit so weit voraus, dass es 40 Jahre nach seinem Tod dauerte, bis überhaupt sein erstes Bild verkauft wurde. Deshalb sage ich jungen Fotograf:innen: Seid authentisch, ihr werdet gebraucht; ihr werdet euch einsam fühlen und Phasen ohne Bestätigung erleben, aber am wichtigsten sind Selbstachtung und die Fähigkeit, eure Liebe zum Selbstausdruck aufrechtzuerhalten. Wenn ihr euch selbst tragen könnt, ohne von der Bestätigung anderer abhängig zu sein, seid ihr frei von den Ketten der Anerkennung – und dann werdet ihr mächtig, weil ihr ganz ihr selbst seid. Ich habe einmal einen Tag mit Quincy Jones in seinem Haus verbracht und ihn gefragt: „Quincy, als du ein junger Mann warst – ein junger Schwarzer Mann in Amerika, der in eine weiße Industrie vorzudringen versuchte –, musstest du viel Rassismus und Widerstand erleben. Was hast du den Menschen gesagt, die dir im Weg standen?“ Sein Gesicht veränderte sich, ein machtvoller Ausdruck lag auf ihm, und er sagte: „Das habe ich meinen Gegnern gesagt: ‚Nicht ein einziger Tropfen meines Selbstwerts hängt von deiner Anerkennung ab.‘“ Das sage ich heute der jungen Generation von Fotograf:innen. Seid eigenständig, seid hingebungsvoll – ihr müsst euer Leben dem Handwerk widmen. Lernt euer Handwerk und macht euch nicht abhängig vom Algorithmus oder von äußerer Bestätigung.

Zum Schluss … was hältst du von KI und davon, wie sie dein Handwerk – das der Fotografie – beeinflussen wird?

Im Moment gibt es ein riesiges Rennen darum, die größten Anteile im KI‑Business zu gewinnen. Also bauen alle. Es ist, als wären Rennwagen so konstruiert, dass sie möglichst schnell ins Ziel kommen – nur dass sich kaum jemand um Bremsen oder die Sicherheit des Autos kümmert. Man kann es sich nicht leisten, auch nur eine Sekunde ans Abbremsen zu denken, sonst verliert man das Rennen. So entsteht diese seltsame – und, wie ich finde, ziemlich gefährliche – Dynamik, in der wir uns stärker auf den Sieg im KI‑Geschäft konzentrieren als auf Leitplanken für die Gesellschaft. Kulturell sehe ich große Risiken. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, wofür das „A“ steht. Für „artificial“ – künstlich –, und im Moment ist es eine Neuheit. Alle sind elektrisiert von der Idee, dass dieses Ding, dieses Bild, dieser Film, dieses Musikstück, was auch immer, nicht von einem Menschen gemacht wurde. Es ist gerade eine Neuheit, und das lenkt uns ab. Aber ich glaube, mit der Zeit wird sich das einpendeln, und wir werden merken: „Moment mal – das mag uns beeindrucken, aber hat es eine Seele?“ Ein Computer kann Intelligenz haben, aber keine Seele. Die Seele eines Menschen macht etwas wirklich schön – Verletzlichkeit, Gefühle, Emotionen. Manchmal Wut, manchmal Freude. Alle Facetten der menschlichen Verfasstheit – das macht etwas wirklich schön. Nicht nur Intelligenz.

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