Glenn Martens’ Maison Margiela SS26: Geisterhafte Looks vergangener Saisons
Die Geister seiner Artisanal-Kollektion 2025 leben weiter – in seinem geisterhaften Prêt-à-porter-Debüt.
Zusammenfassung
- Glenn Martens debütierte mit seiner ersten Prêt-à-porter-Kollektion für Maison Margiela – eine Verbindung aus gotischer Ästhetik, Transparenzen und Teilen mit Distressed-Effekten.
- Die Kollektion vereint klassische Silhouetten mit modernen Elementen wie Kunststoff-Finishes und Sneakern und zitiert Designcodes seines Couture-Debüts.
Glenn Martens zeigte bei der Paris Fashion Week die Prêt-à-porter-Kollektion SS26 von Maison Margiela – seine erste Prêt-à-porter-Kollektion für das Label. Im Juli legte Martens ein fulminantes Couture-Debüt für Maison Margiela Artisanal hin; in der aktuellen Präsentation klingen dessen Motive in gedämpfter, fast geisterhafter Form nach.
Eröffnet wurde die Show von einem Duo aus gotischen, schwarzen Ledermänteln, gefolgt von doppelreihigen Westen mit tiefem Rundhalsausschnitt – beide ohne Hemd darunter getragen. Das Dunkel wurde von Ausbrüchen gemalter Blumenmotive, weißen Kordelzügen und zarter Spitze aufgehellt. Stücke wie Strickpullover, Kleider und Oberbekleidung wirkten geisterhaft: leicht und durchscheinend.
Über einem markanten Blazer lag ein transparentes Kleid – als schwebte eine graue Erscheinung über dem Laufsteg. In einem weiteren dramatischen Moment wirkte ein Oberteil mit Stehkragen wie aus rotem Gips gegossen und wurde mit einem zarten blauen Blumenmuster an Rock und Ärmeln kontrastiert. Drapierte und konstruktiv gesetzte Verzerrungen in der Schneiderei verstärkten den unheimlichen Effekt der durchgehend eingesetzten Mundstücke, die die Lippen der Models leicht geöffnet hielten. Die abblätternden Tapeten-Effekte der Artisanal-Linie von Martens wurden ebenfalls wiederbelebt – diesmal als Prints auf Kleidern mit intensivem Draping und auf einer Jacke aus verfallenden Leinwandpaneelen.
In manchen Looks trugen strenge Silhouetten eine monastische Note, andere erinnerten an Herrenoberbekleidung des 19. Jahrhunderts – alle vollendet mit weißen Margiela-Krawatten. Viele dieser eher traditionellen Teile wurden durch die Materialwahl sofort unterlaufen, etwa durch hell ausgewaschenes Denim oder Kunststoff-Finishes. Andernorts hauchten Sneaker den Looks neues Leben ein – etwa ein weißes Hemd (subtil an ein Smokinghemd erinnernd) zu einer weit geschnittenen schwarzen Hose, deren Hosenbeine in silberne High-Top-Sneaker gesteckt waren. Anderswo trifft ein schwarzer Bandage-Sneaker auf eine dekonstruierte schwarze Hose und einen blauen Nadelstreifenblazer.
Weitere Eindrücke zur Maison Margiela Prêt-à-porter-Kollektion SS26 finden Sie in der Galerie oben. Bleiben Sie auf Hypebeast dran für die neuesten Einblicke in die Modebranche.



















