Balenciaga SS26: Pierpaolo Picciolis Debüt verneigt sich vor den Altmeistern des Hauses
Archivreferenzen treffen auf subtile Demna-Signaturen – veredelt durch Picciolis farbintensive Vision.
Zusammenfassung
- Pierpaolo Piccioli feierte bei der Paris Fashion Week mit seiner ersten Kollektion als Balenciagas Kreativdirektor Debüt und verband die Vision des Hausgründers mit Anleihen seiner Vorgänger.
- Die SS26-Kollektion spielt mit Archivreferenzen, gespickt mit subtilen Demna-Anklängen, und zeigt Picciolis unverkennbaren Einsatz von Fransen, Federn, floralen Details und leuchtenden Farben.
Pierpaolo Piccioli präsentierte bei der Paris Fashion Week Balenciagas SS26-Prêt-à-porter-Kollektion und beendete damit monatelange Spekulationen darüber, was der italienische Designer in das über hundert Jahre alte, von Cristóbal Balenciaga gegründete Label einbringen würde.
Seit Demna bei Gucci debütiert hat, richtet sich der Blick der Branche auf Pierpaolo Picciolis Debütkollektion als neuer Kreativdirektor von Balenciaga. Der ehemalige Valentino-Kreativdirektor gab sich im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich zurückhaltender, der im vergangenen Jahr unentwegt seine künftige kreative Leitung bei Gucci angeteasert hat. Viele erwarteten, Piccioli werde das Ethos des Gründers neu beleben, dessen glamouröse Abendroben moderne Leichtigkeit mit erlesenen Couture-Details verbanden.
Ganz gleich, ob man Demnas subversive Vision schmerzlich vermisst oder Vorbehalte gegenüber Picciolis Zukunft im Haus hegte: Seine Debütkollektion schien die Markenzeichen seiner Vorgänger zu ehren und zugleich die DNA des spanischen Couturiers neu zu schärfen. Die Präsentation begann mit einer Reihe von Looks, die sowohl Cristóbals moderne Vision von Weiblichkeit als auch Demnas Streetwear-Schlagseite heraufbeschwor. Zunächst zollt der Designer dem Sackkleid von 1957 Tribut und kombiniert es mit übergroßen schwarzen Sonnenbrillen, die an Demnas düstere Silhouetten erinnern. Verschiedene minimalistisch drapierte Roben zitieren Balenciagas frühe Arbeiten, während T-Shirt-Silhouetten auf die streetorientierteren Facetten des Labels verweisen.
Picciolis Designsignaturen werden in schillernden Fransen, Federn und gerafften floralen Applikationen lebendig – Details, die er bereits bei Valentino zelebrierte. Und natürlich brachte der Designer seine farbsatte Palette in die Debütlinie ein. Tiefes Violett, Neon-Limettengrün, Primärrot und zartes Flieder bilden strukturierte Röcke, fließende Roben und übergroße Cabanmäntel. Geerdet wird das Ganze von einer starken Reihe an All-Black-Looks und lässigeren Outfits, gestylt mit gewaschenem Denim, Plateau-Flip-Flops und Ledertaschen wie der allgegenwärtigen City Bag.
Die Kollektion blendet die glanzvolle Vergangenheit des Hauses keineswegs aus, sondern verneigt sich vor dem genialen Gründer und seinen über Generationen prägenden Nachfolgern, Demna und Nicolas Ghesquière – zugleich gelingt es dem Designer, seine Affinität für Ornamentik und hochgesättigte Farbe einzubringen.
Werfen Sie in der Galerie oben einen genaueren Blick auf die Balenciaga-SS26-Kollektion und bleiben Sie bei Hypebeast dran für die neuesten Insights der Modebranche.



















