Frauen und Gen‑Z‑Sammler:innen schreiben die Spielregeln im Kunstmarkt neu
Schluss mit der alten Garde: Der Art Basel & UBS Survey of Global Collecting 2025 belegt mit Daten, wer jetzt den Ton angibt.
Zusammenfassung
- Art Basel & UBS veröffentlichen den Survey of Global Collecting 2025, der zeigt, dass Sammlerinnen 46 % mehr ausgeben als männliche Sammler.
- Weitere Erkenntnisse zeigen die prominente Präsenz ausgabestarker Gen‑Z‑Sammler:innen in der bildenden Kunst, bei Sammelobjekten und in den Luxussegmenten.
- Auch digitale Kunst verzeichnete einen markanten Anstieg und liegt bei den Gesamtausgaben fast gleichauf mit der Skulptur auf Rang drei.
Die 2025 Art Basel & UBS Survey of Global Collecting macht eines unmissverständlich klar: Der Great Wealth Transfer ist da. Gestützt auf Einblicke von 3.100 vermögenden Sammler:innen in zehn globalen Märkten — 76 % identifizieren sich als Gen Z oder Millennials — untermauert der Bericht die Zukunft des Sammelns mit Zahlen: Frauen und junge Sammler:innen geben den Takt vor.
Parallel zum Generationenwechsel zeigt die Erhebung eine fortschreitende Feminisierung des Marktes: Frauen avancieren zu einigen der einflussreichsten Akteurinnen der heutigen Kunstökonomie. Vermögende Frauen gaben im Schnitt 46 % mehr für bildende Kunst, Antiquitäten und Sammelobjekte aus als Männer. Gen‑Z‑ und Millennial‑Frauen übertrafen Männer in fast jeder Kategorie.
Sie treiben auch die Lust auf die neue, aufstrebende Avantgarde der Kunst: 55 % der Sammlerinnen gaben an, Arbeiten unbekannter Künstler:innen zu kaufen – und zeigten zudem größeres Interesse an Fotografie und digitaler Kunst gegenüber traditionellen Medien wie Malerei und Skulptur.
„Sammlerinnen sehen Risiken klar und sind oft sensibler dafür – dennoch handeln sie eher und gehen beim Sammeln Wagnisse ein“, sagt die Ökonomin Dr. Clare McAndrew, Autorin des Berichts. „Man könnte sagen: Sie spüren die Angst – und machen es trotzdem.“
Ganz generell ist eine neue Klasse von Gen‑Z‑„Omnivore Collectors“, wie beschrieben von Art Basel, im Aufwind und legen im Schnitt 26 % ihres Vermögens in ihre Portfolios an – der höchste Anteil aller Altersgruppen. Sie zählen zu den aktivsten Käufer:innen – nicht nur in der bildenden Kunst, sondern auch bei Sammelobjekten und Luxusgütern – und geben für Handtaschen und Sneaker fast fünfmal so viel aus wie ihre Altersgenoss:innen.
Während Malerei insgesamt weiterhin das meistgesammelte Medium ist, verzeichnete digitale Kunst den stärksten Ausgabenanstieg. Mehr als die Hälfte der befragten Sammler:innen erwarben 2024–2025 digitale Werke und katapultierten die Kategorie auf Rang drei der Gesamtausgaben – fast gleichauf mit der Skulptur.
Der Bericht 2025 zeichnet einen Kunstmarkt im Umbruch: Er hinterfragt nicht nur, was wir als hochkulturellen „Geschmack“ verstehen, sondern entwirft die Landkarte des kulturellen Kapitals neu. Noch spannender als das Was ist jedoch das Warum des Sammelns: Ein erzählgetriebenes Modell dominiert den traditionellen, rein wertorientierten Ansatz; für die meisten geht es weniger um Investment allein, sondern um Identität, Verbindung, persönlichen Genuss und kulturellen Ausdruck.



















